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Sauenhaltung

Sauenfruchtbarkeit: Wärme mindert Besamungserfolg

Landwirt besamt Sauen
am Freitag, 20.03.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Außentemperaturen am Tag der Besamung haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Fruchtbarkeitsleistung der Sauen. Das belegen Daten aus dem Sauenplaner.

Es ist schon seit Längerem bekannt, dass sich hohe Temperaturen leistungsmindernd auswirken können. So kann es bei güsten Sauen zum verzögerten Eintritt der Brunst nach dem Absetzen der Ferkel und bei tragenden Sauen zu niedrigeren Trächtigkeitsraten und Wurfgrößen sowie zu geringeren Ferkelgeburtsgewichten kommen. Bei ferkelführenden Sauen werden folgende Wirkungen beschrieben: Kreislaufbelastung, Hecheln, eingeschränkte Futteraufnahme, verringerte Milchleistung und vermehrt Puerperalstörungen wie MMA (Mastitis, Metritis, Agalaktie).

Temperatureinfluss: Sauenplaner zur Analyse nutzen

In den „db-Sauenplaner“ zum Beispiel werden seit kurzer Zeit die Außentemperaturen der nächstgelegenen Wetterstation eingepflegt. Insofern war es naheliegend, den Einfluss der Temperatur auf verschiedene Parameter der Fruchtbarkeitsleistung zu prüfen. Insgesamt wurden die Daten von 70 Sauenbetrieben mit über 91.000 Belegungen und rund 78.000 Abferkelungen im Zeitraum eines Jahres (April 2018 bis März 2019) ausgewertet. Für jede Belegung wurde die mittlere Tagestemperatur (24-Stunden-Mittel des Wetterdiensts) erfasst.

Für sämtliche je Betrieb durchgeführten Belegungen wurde die Zahl der Abferkelungen registriert und daraus die Abferkelrate berechnet. Ermittelt wurden ebenso die mittlere Wurfgröße lebend geborener Ferkel sowie der Ferkelindex. Letzterer ergibt sich aus der Multiplikation der Abferkelrate mit der Wurfgröße.

Hitze drückt Abferkelrate, Wurfgrößen und Ferkelindex

Im Mittel aller Belegungen wurde die höchste Abferkelrate (86,1 Prozent) bei Außentemperaturen von unter 10 °C am Tag der ersten Belegung erzielt. Ein deutlicher Leistungsrückgang ließ sich bereits bei Tagesmittelwerten von 21 bis 25 °C verzeichnen. Hier fiel die Abferkelrate um etwa 2 Prozent. Stieg die Außentemperatur am Tag der ersten Belegung auf über 25 °C, sank die Quote auf 81,9 Prozent, also um mehr als 4 Prozent.

Eine ähnliche Tendenz bezüglich des Temperatureinflusses wie bei der Abferkelrate war auch bei der Wurfgröße festzustellen. Bei mittleren Außentemperaturen von unter 10 °C wurden mit rund 17 lebend geborenen Ferkeln die höchsten Wurfgrößen nachgewiesen. Stieg die Außentemperatur
auf über 20 °C an, ging die Wurfgröße auf 16,4 Ferkel zurück. Auch beim Ferkelindex wurde der höchste Wert mit 1.460 bei Außentemperaturen unter 10 °C erreicht. Bei hohen Temperaturen über 25 °C lag der Index um über 100 Ferkel niedriger.

Fruchtbarkeitsleistungen: Betrieblich große Unterschiede

In einzelnen Betrieben können die leistungsdepressiven Folgen hoher Außentemperaturen noch viel stärker ausfallen. Hier ging zum Beispiel die Abferkelrate um bis zu 11 Prozent zurück und es wurden bis zu 2,6 Ferkel weniger pro Wurf geboren. Diese Betriebe sollten dringend ihr Besamungsmanagement überprüfen, denn hier geht viel Geld verloren.

Mithilfe des Sauenplaners lässt sich also nachweisen, wie sich hohe Temperaturen bestriebsspezifisch auf die Fruchtbarkeitsleistungen auswirken. Auf dieser Grundlage können dann entsprechende Gegenmaßnahmen zur Minderung der Wärmebelastung festgelegt werden.

Welche Maßnahmen hier infrage kommen sowie mehr Details über die Temperaturanalysen mittels Sauenplaner lesen Sie im Beitrag „Wärme mindert Erfolg" in der April-Ausgabe 2020 von agrarheute Schwein ab Seite 16.

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