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Sauenhalter fordern Bestandsschutz für ihre Ställe

Sauen in Kastenständen
am Dienstag, 28.05.2019 - 07:29

Das niedersächsische Landvolk fordert, dass Änderungen tierschutzrelevanter Vorschriften nur für Neubauten von Sauenställen gelten.

Das Landvolk Niedersachsen warnt vor einer zu schnellen Änderung tierschutzrelevanter Vorschriften für Sauenhalter. Die Erzeuger könnten gleich
in zwei Stallbereichen, dem Deckzentrum und im Abferkelbereich, mit neuen Regelungen konfrontiert werden, teilte der Landesbauernverband am vergangenen Mittwoch (23.5.) mit. Das Bundeslandwirtschaftsministerium plane nämlich die Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung in einem Zug zu novellieren. Damit müssten die Sauenhalter in einer zwölfjährigen Übergangsfrist beide Haltungsbereiche ändern und würden mit massiven Anpassungen konfrontiert. „Das bedeutet das Aus der meisten Familienbetriebe“, warnte der Vorsitzende des Landvolk-Veredlungsausschusses, Hubertus Berges.

Der Landesbauernverband fordert deshalb im Abferkelbereich einen dauerhaften Bestandsschutz für bestehende Ställe. Die geänderten Vorschriften dürften nur für Neubauten gelten. Vorgestellt wurden im Ausschuss auch Ergebnisse des Verbundprojekts InnoPig für Haltungssysteme im Abferkelstall. Am besten schnitten dabei die Bewegungsbuchten ab, bei denen der Ferkelschutzkorb fünf Tage genutzt wird. Hier hatten die Sauen mehr Bewegung, und die Anzahl der erdrückten Ferkel war ähnlich gering wie bei der Verwendung des Korbes über 28 Tage. Werde hingegen komplett auf diesen verzichtet, käme es häufiger zum Erdrücken der Ferkel durch die Sau, berichtete der Verband. Ein weiteres Ergebnis war ihm zufolge, dass die Zahl der Ferkelverluste in übergroßen Abferkelbuchten ansteigt, weil die kleinen Ferkel den Bezug zu ihrer Mutter verlieren.

Genehmigungsrecht vereinfachen, um mehr Tierschutz umzusetzen

„Das Bundeslandwirtschaftsministerium muss nun die Ergebnisse seines von ihm geförderten Projektes zur Kenntnis nehmen und von völlig überzogenen und tierschutzwidrigen Maßen für die Abferkelbucht Abstand nehmen“, forderte Berges. Voraussetzung für eine Umsetzung der neuen Haltungsvorgaben zum Tierschutz in die Praxis müsse zudem eine Vereinfachung des Genehmigungsrechts sein. Für Ersatzinvestitionen, die nicht mit einer Bestandsausweitung verbunden seien, sollte ein vereinfachtes Anzeigeverfahren ausreichen. „Wenn der zwischen dem Bau- und Tierschutzrecht bestehende Zielkonflikt von der Politik nicht zeitnah gelöst wird, dann hat die Politik spätestens nach Ende der Übergangszeit die Sauenhaltung in Deutschland komplett abgeschafft“, erklärt Berges.

Mit Material von AgE