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Schwein

Schallmauer von 1 Million Schweine wöchentlich durchbrochen

von , am
29.09.2009

Löningen - Mit etwa 950.000 Schlachtungen und rund 100.000 lebend exportierten Tieren hat Deutschland die "1 Million-Schweine-Schallmauer" je Woche durchbrochen.

Aufzeichnen von Sauen
© agrarfoto.com

Diese Zahlen nannte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Detlef Breuer, bei der Tagung "Fokus Schwein Weser-Ems" am vergangenen Mittwoch in Löningen. Das deutlich gestiegene Angebot und der Rückgang der Nachfrage im Inland stellten die Branche insgesamt vor neue Herausforderungen, sagte Breuer. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 110 Prozent sei der Export von essentieller Bedeutung. Immerhin erfreuten sich die deutschen Schweinehalter noch der Preisführerschaft in Europa. Und das sei auch dem zunehmendem Export von Schlachtschweinen in andere EU-Länder wie Österreich, Italien, Polen, Rumänien und die Slowakei zu verdanken.

Kritik an Nulltoleranz bei Futtermitteln  

Zur Rentabilität der Mast erklärte der ISN-Geschäftsführer, dass die Schweinehalter gegenwärtig zwar eine Entlastung bei den Futtermittelkosten spürten; diese könne allerdings den jüngsten Rückgang bei den Schweinepreisen nicht kompensieren. Derweil übte der ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes Kritik an der Politik der Nulltoleranz gegenüber nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Es sei inakzeptabel und verzerre den Wettbewerb, dass ausländische, mit gentechnisch verändertem Futter erzeugte Lebensmittel in deutschen Läden verkauft würden, gering mit Maisstaub kontaminiertes Soja aber als Sondermüll behandelt werde. Zudem verlangte Dierkes ein entschiedenes Vorgehen gegen die Wildschweinepest, die wie ein Damoklesschwert über der deutschen Schweinehaltung schwebe.

Rund 56 Millionen Schlachtungen dieses Jahr

Laut Breuer werden im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich mehr als drei Millionen Schweine aus Deutschland lebend exportiert. Das würde immerhin 6,5 Prozent der Eigenerzeugung beziehungsweise jedes 15. Schwein bedeuten, so der ISN-Geschäftsführer. Das "Ventil" des Exports von Lebendschweinen habe dafür gesorgt, dass sich der Schweinepreis in den vergangenen Wochen noch recht stabil präsentiert habe. Aufgrund des jetzt erfolgten erneuten Preisrückgangs sei es zu einem größeren Marktungleichgewicht gekommen, was sich aktuell in einer nochmals verstärkten Nachfrage, insbesondere aus Osteuropa, niederschlage.

Die Wachstumschancen für die nordwestdeutsche Veredlungsregion stufte Breuer als "gut" ein. Die heimische Schlachtbranche setze auf weiteres Wachstum, was sich in zusätzlich geplanten Schlachtungen von vier Millionen Tieren im Jahr mit dem Gesamtziel von 60 Millionen Schlachtschweinen niederschlage. In diesem Jahr dürften in Deutschland nach Angaben des ISN-Geschäftsführers insgesamt rund 56 Millionen Schweine geschlachtet werden. (AgE)

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