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+++ Update: 13 Oktober 2021 +++

Schlachter in England fehlen: Landwirte fordern Visa für Fachkräfte

mastschweine-transport
am Mittwoch, 13.10.2021 - 12:11 (Jetzt kommentieren)

Zu wenig und zu teures Futter, fehlende Schlachtkapazitäten, Ställe, die aus den Nähten platzen: englische Landwirte haben damit begonnen, hunderte gesunde Schweine zu keulen. Jetzt fordern sie Visa.

Die Krise in der britischen Schlachtbranche dauert an. Der britische Schweineverband (NPA) fordert deshalb die Politik und die gesamte Lieferkette auf, die Schweinehalter zu unterstützen und den drohenden Schweinestau abzubauen.

Ein Mittel könnten befristete Visa für Schlachthofmitarbeiter sein - auch hier eine deutliche Parallele zu den fehlenden LKW-Fahrer. Der NPA appelliert an die Regierung, diese Visa auszustellen, um die Kapazität an den Schlachthöfen kurzfristig zu erhöhen.

Nach wie vor gab es dem Verband zufolge noch keine Massenkeulungen. Aber der NPA-Vorsitzende Rob Mutimer berichtet zum Beispiel von Ferkelerzeugern, die aktiv Ferkel einschläfern. Ihnen fehle der Platz im Stall.

7. Oktober 2021: England keult gesunde Schweine

In Großbritannien herrscht derzeit ein eklatanter Fachkräftemangel. Es gibt nicht nur zu wenig LKW-Fahrer, es herrscht auch ein Mangel an Schlachtern auf den englischen Schlachthöfen. Die Folge sind übervolle Schweineställe.

Die ersten englischen Landwirte haben deshalb begonnen, ihre Schweine zu keulen. Rund 600 gesunde Tiere, die man nicht zum Schlachthof bringen konnte, seien getötet worden. Das teilte der Verband der englischen Schweinebauern National Pig Association mit.

England: Massenkeulung bislang verhindert

Noch sei es zum Glück nicht zu Massenkeulungen gekommen. Aber laut des Verbands zeigt die Maßnahme, dass die Krise Folgen habe. Außerdem warnt er, dass bis zu 120.000 Schweine gekeult werden müssten, falls nicht bald mehr Fachkräfte in der Fleischverarbeitung eingestellt werden.

Für die betroffenen Schweinehalter sei es äußerst belastend, ihre Tiere grundlos töten zu müssen. Sie würden sich Hilfe von außerhalb holen.

Erst fehlt CO2, jetzt Fachkräftemangel

Erst vor Kurzem gab es Warnungen, dass es zu Keulungen kommen könnte, da nicht ausreichend CO2 zum Keulen der Tiere zur Verfügung stände. Jetzt macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar, der in vielen Branchen Großbritanniens herrscht.

Das liegt auch an den Folgen des Brexit. Viele Arbeiter, vor allem aus Osteuropa, haben während der Corona-Pandemie das Land verlassen. Die neuen strengen Immigrationsregeln erschweren nun die erneute Einreise der Arbeitssuchenden.

Mit Material von dpa, AgE

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