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Aus der Wirtschaft

Schlachtschweinemarkt kommt zur Ruhe

von , am
01.08.2011

Frankfurt/Paris - Die Schlachtschweine-Kontrakte am Terminmarkt in Frankfurt haben zum Monatsende hin nicht weiter an Wert verloren; vielmehr konnten sich die Notierungen wieder etwas festigen.

Mit der zusätzlichen Abrechnung nach AutoFOM-MFA hofft die Westfleich auf mehr Schweine in Gelsenkrichen. © Mühlhausen/landpixel
Tiere zur Abrechnung im August wurden am vergangenen Freitag an der Eurex für 1,575 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gehandelt, womit sich der Kontrakt im Vergleich zum Donnerstag der Vorwoche um 1 Cent oder 0,6 Prozent verteuerte. Damit lag der Kurs um fast vier Cent über dem Vereinigungspreis für Schweinefleisch, der am Freitag unverändert zur Vorwoche auf 1,53 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht festgesetzt wurde.
 
Die Kaack Terminhandel GmbH berichtete von einem sehr umfangreichen Schweineangebot. In der Vorwoche hätten die Schlachtungen bei 971.000 Stück gelegen, was eine für die Jahreszeit sehr große Menge gewesen sei. Der Markt hoffe weiterhin auf eine leichte Belebung zum Monatswechsel bei vielleicht etwas geringerem Angebot, so die Cloppenburger Handelsfirma.

Markt hofft auf leichte Belebung

Terminkurse für Agrarprodukte an der Eurex in Frankfurt (Notierungen vom 28. Juli 2011).
Schlachtschweine mit Fälligkeit im September wurden am Freitag in Frankfurt für glatt 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gehandelt, was verglichen mit dem Abrechnungskurs von acht Tagen zuvor einem Plus von 2,7 Cent oder knapp zwei Prozent entsprach. Für Oktober-Tiere wurden zuletzt 1,51 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht angelegt. Ferkelkontrakte wurden in der letzten Juliwoche nicht gehandelt. Auf Abrechnungsbasis verbilligte sich der August-Kontrakt bezogen auf das 25-kg-Ferkel während der fünf Börsentage bis zum vorigen Donnerstag um 3,50 Euro auf 34,50 Euro; September-Tiere gaben um 2,50 Euro auf glatt 35 Euro nach. Nach Darstellung der Kaack Terminhandel GmbH ist die Ferkelnachfrage verhalten geblieben.

Matif-Weizen wieder unter Druck

Am europäischen Weizenterminmarkt scheiterten die Börsianer vergangene Woche bei dem von ihnen überwiegend gehandelten November-Kontrakt erneut an der Marke von 200 Euro je Tonne. Nach Erreichen dieses Wertes am Donnerstag rutschte der Kurs für Brotweizen mit dieser Fälligkeit an der Matif in Paris bis zum Freitagnachmittag wieder auf knapp 197 Euro je Tonne. Mit für den Druck zum Wochenausklang sorgte der neue Bericht des Internationalen Getreiderates (IGC). Gegenüber Ende Juni hoben die Londoner Marktexperten ihre Prognose zur globalen Weizenerzeugung 2011/12 um acht Millionen Tonnen auf 674 Millionen Tonnen an, womit das Vorjahresniveau um 23 Millionen Tonnen übertroffen würde. Den Bedarf veranschlagt der IGC jetzt auf 676 Millionen Tonnen; mithin dürfte sich der erforderliche Rückgriff auf die Bestände in engen Grenzen halten. Bezüglich des internationalen Handels mit Weizen rechnet der Getreiderat nun mit einer Zunahme gegenüber der Menge von 2010/11 um drei Millionen Tonnen auf 127 Millionen Tonnen. November-2012-Weizen verbilligte sich in Paris bis auf 194 Euro je Tonne am späten Freitagnachmittag.

Veredlungskartoffeln nur schwer absetzbar

Preisverlauf ausgewählter Eurex-Kontrakte für Verarbeitungskartoffeln (2. Mai bis 28. Juli 2011)
Weiterhin unter spürbarem Druck standen die Terminpreise für Verarbeitungskartoffeln an der Eurex. Hier wurde der bevorzugte April-2012-Kontrakt am Freitagnachmittag für 9,50 Euro je Dezitonne gehandelt; am Donnerstag hatte der Abrechnungskurs bei 9,30 Euro je Dezitonne gelegen, womit der Vorwochenwert um 1,70 Euro je Dezitonne oder 15 Prozent unterschritten wurde. Seit Anfang Juli büßte der Apri-2012-Termin 29 Prozent an Wert ein, verglichen mit dem Hoch Ende Mai sogar mehr als die Hälfte. Die Kaack Terminhandel GmbH berichtete am vergangenen Mittwoch, dass vor allem Veredlungskartoffeln kaum oder nur schwierig absetzbar seien. Aufgrund der nun überall günstigen Wachstumsbedingungen könne eine recht große Ernte erwartet werden. "Allerdings muss im August noch einiges wachsen und man muss dann auch noch ernten. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen", schränkte das Handelsunternehmen zugleich ein.

Oktober-Butter zu 4.000 Euro abgerechnet

Eine schwächere Tendenz zeigte zuletzt auch der Terminmarkt für Milchprodukte. Am vergangenen Donnerstag wurde der Butter-Kontrakt zur Lieferung im Oktober 2011 von der Eurex für glatt 4.000 Euro je Tonne abgerechnet, womit er sich binnen Wochenfrist um 38 Euro je Tonne oder knapp ein Prozent verbilligte. Am Freitag standen für diese Fälligkeit Geboten über 3.850 Euro je Tonne Forderungen von 4 150 Euro je Tonne gegenüber. Die späteren Butter-Termine gaben in der Berichtswoche ebenfalls nach, und zwar um jeweils 113 Euro je Tonne beziehungsweise etwa drei Prozent auf 3.925 Euro je Tonne am vergangenen Donnerstag.

Magermilchpulver ebenfalls billiger

Auch Magermilchpulver verlor zum Monatsende am Frankfurter Terminmarkt an Wert: Der Oktober-Kontrakt wurde am Donnerstag zu 2.225 Euro je Tonne abgerechnet und lag damit um 25 Euro oder gut ein Prozent unter seinem vergleichbaren Vorwochenpreis. Die fünf weiteren Magermilchpulver-Kontrakte, die im Dreimonats-Rhythmus von Januar 2012 bis Januar 2013 reichen, verzeichneten einen Abschlag von jeweils 50 Euro oder 2,2 Prozent auf 2.200 Euro je Tonne. Interesse bestand auch bei Magermilchpulver nur am Oktober-Kontrakt, für den zuletzt 2 100 Euro je Tonne geboten, aber 2.350 Euro je Tonne verlangt wurden.
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