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ISN-Mitgliederversammlung

Schlachtschweinenotierung: Wochenpreis bleibt wichtig

Podiumsdiskussion auf der ISN-Mitgliederversammlung 2018
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
21.02.2018

Wie kommt man zu einem fairen und transparenten Preis? So lautete die entscheidende Frage bei der Podiumsdiskussion im Rahmen der ISN-Mitgliederversammlung.

Nachholbedarf in Sachen Vertrauen gäbe es auch zwischen den Schweinehaltern und der Schlachtbranche, das wurde in der Podiumsdiskussion zum Thema „Preisfindung am Schweinemarkt- was ist zu erwarten“ deutlich.

Die alles entscheidende Frage war, wie man zu einer fairen und transparenten Preisbildung kommt.

Vion: Neue Preis- und Liefermodelle

Ein Weg sieht Frans Stortelder, Vion, in dem neuen Preis- und Liefermodell, das vom Unternehmen in den Niederlanden eingeführt wurde: „Wir brauchen leichte und auch schwere Schweine, Masken mit niedrigen und hohen Gewichten.“ Denn es werde immer schwieriger, den internationalen Markt mit seinen unterschiedlichen Ansprüchen zu bedienen.

Matthias Fries, VEZG, denkt, dass sich an der bisherigen Preisbildung nichts ändern wird. Der Preis würde sich immer nach der Nachfrage richten, das würde sich auch durch langfristigere Lieferverträge nicht ändern lassen. Er appelliert, dass es mehr Melder geben müsse. Es sei sehr unbefriedigend, dass sich einige Melder jede Woche mit Zeit und Geld engagieren, während andere nur abgreifen.

ISN: Preisfindung wird schwierig

Andreas Stärk, ISW, ist überzeugt, dass die Preisfindung schwieriger wird. Er stellte fünf Thesen für die Zukunft der Preisfindung auf:

  • Der Erzeugerpreis - als kartellrechtlich legitimierte Preisempfehlung zugelassener Erzeugerorganisationen - wird Bedeutung behalten.
  • Der Druck der großen Schlachtunternehmen auf die Erzeugerpreisbildung wird größer.
  • Diskussionen um Tierwohl, Regionalität, GVO etc. werden zunehmend zu vertraglichen Bindungen führen.
  • Eine Herausforderung wird die Aufrechterhaltung der Markttransparenz für die Erzeuger sein. Denn die genannten vertraglichen Bindungen werden zu weiteren Preisdifferenzierungen auf den Leitpreis führen.
  • Aufgrund vertraglicher Bindung nimmt die Mobilität von Schlachtschweinen ab. Dies wird nicht ohne Folgen für die Preisfindung in ihrer bisherigen Form bleiben.

Ein fairer Preis braucht Vertrauen

Nach einer lebhaften Diskussion lässt sich folgendes Fazit schließen:

  • Alle Beteiligten sind sich einige, dass man versuchen muss, die Preissprünge einzudampfen. Das würde zu einem kontinuierlicheren Anlieferungsverhalten führen.
  • Die VEZG-Preisnotierung bleibt weiter wichtig, es wird aber mehr Vertragsmöglichkeiten um den VEZG-Preis herum geben. So lasse sich mit zusätzlichen Modellen auf die Differenzierung am nationalen und internationalen Markt reagieren.
  • Für Modelle mit fairen Preisen braucht es Vertrauen. Schweinehalter und Schlachtunternehmen müssen in den nächsten Jahren näher zusammenwachsen.
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