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Schleswig-Holstein: Schweinehalter in Not

© ah
von , am
29.08.2011

Rendsburg - Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, sieht die Schweinehalter seines Landes auch wegen der schlechten Getreideernte existentiell bedroht.

Die in Mecklenburg-Vorpommern getöteten Ferkel hatten ein Geburtsgewicht von 430 bis 650 Gramm. © Mühlhausen/landpixel
„Nicht nur die Preise für Schlachtschweine sind es, die den Betrieben die Sorgenfalten ins Gesicht treiben, sondern die extrem gestiegenen Kosten für Futtermittel und Energie“, erläuterte Schwarz am Montag vergangener Woche in Rendsburg. Hier zeige sich schon die Auswirkung der schlechten Getreideernte in Deutschland, aber auch darüber hinaus. Die Erträge seien aufgrund der Frühsommertrockenheit am unteren Ende und die Qualitäten hätten unter dem anhaltenden Regen massiv gelitten.

Auch gestiegene Futtermittelkosten setzen zu

Was die Ackerbauern empfindlich treffe, könne Schweinehaltern betrieblich den Garaus machen, denn Schweineproduzenten seien oft auch ackerbaulich tätig, gab Schwarz zu bedenken. Sie müssten nicht nur die Erlösminderung auf dem Acker verkraften, sondern auch die gestiegenen Futtermittelkosten, die unmittelbar damit zusammenhingen. Er hoffe, dass die Betriebe nicht zwischen diesen beiden Mühlsteinen zerrieben würden, so der Bauernverbandspräsident. Er forderte gleichzeitig die Politik auf, die steuerliche Risikoausgleichsrücklage zu ermöglichen, damit Betriebe in schlechten Erlösjahren nicht noch mit Steuerforderungen aus womöglich besseren Vorjahren belastet würden. Zudem müsse den Betrieben mit Steuerstundungen und einem Verzicht auf Säumniszuschläge geholfen werden. Schließlich verlangte Schwarz eine vorgezogene Auszahlung der EU-Direktzahlungen. 
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