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Schnüffelkrankheit: Niesen, Husten, krumme Nasen

Mastschweine im Stall
am Mittwoch, 23.01.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In einem Mastbetrieb mit sehr hohem Gesundheitsstatus traten wenige Wochen nach dem Einstallen der Ferkel erhebliche Atemwegsprobleme mit Niesen und Nasenausfluss auf. Es wurden zunehmend Tiere mit verkürzten und krummen Nasen beobachtet.

Der Fall: Deformierte Nasen und Auseinanderwachsen der Mastschweine

Im Fokus dieses Falls steht ein größerer Mastbetrieb, der sich bislang durch einen hohen Gesundheitsstatus und sehr gute Leistungen der Tiere auszeichnete. Die Verluste lagen unter ein Prozent und die Masttagszunahmen deutlich über 900 g. Erreicht wurde dies über den Zukauf hochgesunder Mastferkel und mithilfe eines ausgefeilten Hygiene-, Fütterungs- und Stallklimamanagements.

Im April 2018 begann dann die Misere: Wenige Wochen nach dem Einstallen nahmen bei den Mastschweinen Atemwegsprobleme wie Niesen, Husten und Nasenausfluss zu. Die Homogenität der Mastgruppen verschlechterte sich zunehmend, sprich die Tiere wuchsen sichtlich auseinander. Erste Untersuchungen von Blutproben und Sektionstieren brachten kein eindeutiges Ergebnis. Im Juli/August fielen dann die ersten Tiere mit verkürzten und krummen Nasen auf.

Die Diagnose: Rhinitis atrophicans, auch Schnüffelkrankheit genannt

Die folgenden labordiagnostischen Untersuchungen brachte dann ein eindeutiges Ergebnis: Die Schweine litten unter der Schnüffelkrankeit, wissenschaftlich als progressive Rhinitis atrophicans (pRA) bezeichnet. Verantwortlich hierfür sind Bakterien wie Pasteurellen und Bordetellen.

Der Erregereintrag in den gesunden Bestand erfolgte über den Ferkelzukauf. Der Ferkelerzeugerbetrieb wiederum hat sich vermutlich über den Jungsauenzukauf infiziert.

Die Lösung: Sofortige Impfung des Bestands

Nach der klaren Diagnose wurde der Mastbestand umgehend mit einem entsprechenden Impfstoff gegen die Schnüffelkrankheit geimpft. Ziel war es, eine geschlossene Impfdecke aufzubauen, um die noch nicht erkrankten älteren Mastschweine vor Neuinfektionen zu schützen und den Erregerdruck in der Anlage zu senken.

Schnell zeigte sich, dass man mit dieser Maßnahme auf dem richtigen Weg war, um das Krankheitsgeschehen einzudämmen. Im Gespräch mit dem Ferkellieferanten konnte zudem erwirkt werden, dass dieser die Sauen ebenfalls gegen die Schnüffelkrankheit impft.

Mehr über diesen Praxisfall lesen Sie im Beitrag „Niesen, Husten, krumme Nasen" in der Januar-Ausgabe von agrarheute Schwein, ab Seite 38.

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