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Schwanzbeißen: Betroffene Tiere wiegen deutlich weniger

© landpixel
von , am
26.04.2014

Schweine mit Schäden an den Schwänzen weisen ein signifikant niedrigeres Schlachtgewicht auf, was zu hohen ökonomischen Verlusten führen kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus Irland.

Schweine reagieren besonders empfindlich auf zu hohe Mykotoxinwerte im Futter. © Mühlhausen/landpixel
Die Forschergruppe um Dr. Laura Boyle vom Versuchszentrum Teagasc hat in einer Studie in der Republik Irland und in Nordirland belegt, dass Schweine mit Schäden an den Schwänzen ein signifikant niedrigeres Schlachtgewicht aufweisen und Schwanzbeißen hohe ökonomische Verluste verursacht.
 
Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtet, wurden in der Studie fast 37.000 Schlachtschweine auf sechs Schlachthöfen untersucht.

Ein Prozent der Tiere zeigen schwere Verletzungen

Bei knapp 3.500 Schweine bewerteten die Forscher zudem die Schwänze hinsichtlich Schäden und kategorisierten sie von 0 (normaler kupierter Schwanz) bis 4 (schwer verletzt/amputierter Schwanz). Darüber hinaus wurde das Geschlecht, das Klassifizierungsergebnis des Schlachtkörpers, die verworfenen Teile, das Gewicht und der Muskelfleischanteil dokumentiert und bewertet.
 
Wie die ISN berichtet, hatten 99 Prozent der angelieferten Schweine kupierte Schwänze. Bei der Bewertung der Schwänze hätten 58 Prozent (%) der Tiere erkennbare und gut ein Prozent schwere Verletzungen aufgewiesen.

Verletzte Schweine bis zu zwölf Kilo leichter

Die Schweine mit verletzten Schwänzen (Kategorie 2) waren 1,19 Kilogramm leichter als Artgenossen mit der Kategorisierung 0 oder 1. Schweine mit der Bewertung 4 waren sogar zwölf Kilo leichter. Den ökonomischen Verlust durch Schwanzbeißer haben die Forscher mit insgesamt 42 Prozent der Gewinnspanne beziffert.

Bewertung muss noch vereinheitlicht werden

Allerdings zeigten sich in punkto Häufigkeit von Schwanzverletzungen große Unterschiede zwischen den Schlachthöfen. Nach Ansicht der Autoren waren große Unterschiede in den Kriterien und Methoden der Datenerfassung in der Fleischuntersuchung in den verschiedenen Schlachthöfen zu erkennen. Sie forderten deshalb eine Vereinheitlichung der Bewertung, bevor diese zuverlässig in großen Überwachungssystemen verwendet werden kann.  

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