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Schweinehaltung

Schwanzbeißen: Fünf Tipps für den Notfall

Mastschwein beißt in Beißring
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
27.07.2017

Ob mit kupierten Schwänzen oder nicht, Schwanzbeißen kann auch bei optimaler Umweltgestaltung auftreten. Das sind die fünf wichtigsten Tipps für den Notfall.

Viele Landwirte das Problem Schwanzbeißen bei Schweinen, unabhängig davon, ob die Schwänze kupiert sind oder nicht. Es kann auch bei scheinbar optimaler Umweltgestaltung auftreten, inklusive der ständigen Überwachung wesentlicher Einflussfaktoren wie Klima, Fütterung oder Tiergesundheit.

Auch wenn am Vortag noch nichts erkennbar war, passiert es, dass Schweinemäster morgens ein oder mehrere Tiere in einer Bucht beobachten, deren Schwanzende gerötet ist, manchmal schon eine blutige Stelle aufweist.

    Schwanzbeißen mit weitreichenden Konsequenzen

    Das gilt verstärkt für nicht kupierte Tiere, aber solche Situationen kommen ebenso in Beständen mit kupierten Tieren vor. Verletzungen am Schwanz ziehen in einem Schweinebestand oftmals weitreichende Konsequenzen nach sich:

    • Die betroffenen Tiere erleiden insbesondere durch größere und entzündete Bissverletzungen erhebliche Schmerzen.
    • Wird zu spät reagiert, folgen häufig aufsteigende Infektionen des Rückenmarks.
    •  Diese können zu einer Streuung von Erregern und zu einer Bildung von Abszessen im ganzen Tierkörper führen.

    Projekte zum Thema Schwanzbeißen

      Bei anhaltenden, nicht therapierbaren Schmerzen und Leiden bleibt oftmals nur die Nottötung. Nur wenn die Wunden am Schwanz abgeheilt sind und weder Entzündungen noch andere klinischen Symptome auftreten, dürfen die Tiere zum Schlachthof transportiert werden. Aber auch dann können noch wirtschaftliche Verluste durch verworfene Schlachtkörper oder Teilschäden auftreten.

      In jüngster Vergangenheit und auch noch aktuell befassen sich verschiedene Projekte mit der Thematik Schwanzbeißen - vor dem Hintergrund des geplanten Ausstiegs aus dem Kupieren. Die hier gewonnenen Erkenntnisse können sich auch Betriebe zunutze machen, die kupierte Tiere im Stall haben.

        Bei ersten Anzeichen von Schwanzbeißen schnell reagieren

        Wer allerdings Schwanzbeißen bereits bei den ersten Anzeichen erkennt und dann schnell reagiert, kann tierschutzrelevante Schmerzen und Leiden sowie wirtschaftliche Einbußen verhindern. Folgendes sollten Sie beachten:

        1. Lenken Sie die Schweine in den betroffenen Buchten ab: Sie können sie mit attraktivem Beschäftigungsmaterial (z. B. Heu, Stroh, Maissilage, Hanfseile, Jutesäcke) versorgen. Eine solche "Notfallausrüstung" sollten Sie griffbereit für jedes Abteil bereitlegen, allerdings nicht direkt im Stall. Möglich ist auch ein Auseinanderstallen mit Waschen der Tiere oder Anwendung von Wund- oder sogenannten Beiß-Sprays.
        2. Separieren Sie die Beißer und gebissenen Tiere
        3. Behandeln Sie verletzte Tiere
        4. Führen Sie eine intensive Tierkontrolle durch
        5. Forschen Sie nach den Ursachen für das Schwanzbeißen und ziehen Sie bei Bedarf einen Berater oder einen bestandsbetreuenden Tierarzt hinzu.

        Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 29/17 ab Seite 40. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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