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Schwanzbeißen: So beugen Sie vor

von , am
13.05.2015

Eine aktuelle Studie zeigt erfolgreiche Maßnahmen gegen das Schwanzbeißen im Schweinestall auf. Besonders vielversprechend ist frisches Stroh.

Schweinehalter bekommen 16,50 pro Schwein Ringelschwanzprämie. © Anne Grave
Schwanzbeißen stellt in der Schweinehaltung immer wieder ein Problem für die Tiergesundheit dar. Es kann plötzlich und wiederholt auftreten.
 
Wie die dlz Primus Schwein berichtet, arbeitet die Christian-Albrecht-Universität Kiel derzeit an einer Studie, um dem Phänomen auf die Spur zu kommen.

Frisches Stroh weckt Interesse

Die Forscher fanden heraus, dass Bissattacken eingedämmt werden können, wenn täglich eine frische Ladung Stroh bereitgestellt wird. Sobald das Stroh jedoch den Geruch des Stalles angenommen hat, verlieren die Schweine das Interesse daran. Die Folge: Sie wenden ihre Aufmerksamkeit wieder vermehrt den Schwänzen ihrer Buchtgenossen zu.

Verletzungen deutlich verringert

Eine weitere Maßnahme zeigte Erfolg. Die Gabe von Luzernestroh und Maissilage, noch vor dem Absetzen der Ferkel verfüttert, brachte eine deutliche Verringerung der Verletzungen an den Schwänzen mit sich. Auch das Anbieten von Jutesäcken sowie eines Stroh-Torf-Gemisches erwies sich als hilfreich, da die Tiere dadurch abgelenkt wurden.

In Bildern: 10 Tipps zur Minimierung der Ferkelverluste

Tipp 1: Um Verluste zu verringern, Sie sollen auf die Zeit zwischen den Geburten einzelner Ferkeln achten. Das beträgt in der Regel maximal 15 Minuten. Tot geborene Ferkel kommen erst nach 45 bis 60 Minuten. © Bräunig/Grave
Tipp 2: Sie könnnen den Anteil an erdrückten Ferkeln während des Geburtes senken, wenn Sie den Sauen bereits vor der Geburt Nestbaumaterial anbieten. Hier haben sich Jutesäcke bewährt. © Bräunig/Grave
Tipp 3: Beim "Grätschens" hilft es, wenn Sie die Hinterbeine des Ferkels zusammenbinden. Für eine verbesserte Bodengriffigkeit können Sie Trockenpulver oder eine Matte verwenden. © Bräunig/Grave
Tipp 4: Stellen Sie eine optimale Temperatur von 32 bis 35 C° im Ferkelnest sicher. Tipp 5: Dämen Sie das Licht im Ferkelnest. Zu viel und zu starkes Licht wirkt immunschwächend. Neugeborene ziehen das Halbdunkel vor - daher sind Rotlichtlampen zu empfehlen. © Bräunig/Grave
Tipp 6: Geben Sie den Ferkeln möglichst schnell Kolostrum. Die Reserven von Ferkeln reichen höchstens für einen Tag. Das Ferkel muss möglichst schnell Kolostrum aufnehmen, um die Energie aus der Milch in Wärme umzusetzen. © Bräunig/Grave
Tipp 7: Die Sau bildet nur eine bestimmte Menge Biestmilch mit lebensnotwendigen Abwehrstoffen. Damit jedes Ferkel seinen Teil bekommt (mindestens 250 g pro Ferkel), können Sie die erstgeborenen Ferkel markieren und diese, nachdem sie schon getrunken haben, hinter eine Trennwand setzen, um auch die zuletzt Geborenen trinken zu lassen. © Bräunig/Grave
Tipp 8: Beim (Tot-)beißen geben Sie den Sauen kein Oxytocin, dafür eventuell ein Beruhigungsmittel. Ferkel von Jungsauen sind anfälliger als die von Altsauen für Infektionen, weil das Abwehrsystem ihrer Mütter noch nicht voll entwickelt ist. © Bräunig/Grave
Tipp 9: Beim Kastrieren sollen Sie es mit einem waagerechten Schnitt versuchen anstelle von zwei senkrechten. So verursachen Sie statt zwei Wunden nur eine. © Bräunig/Grave
Tipp 10: Der beste Zeitpunkt zum Verabreichen von Eisen ist der dritte Lebenstag. Geben Sie keines bei Infektionen der Ferkel mit Clostridien und bei E.-coli-Durchfällen. © Bräunig/Grave
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