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Verhaltensstudie

Schwanzbeißen: „Den" Täter gibt es nicht

Ferkel beim Schwanzbeißen
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Uwe Bräunig, agrarheute
am
01.02.2018

In aktuellen Verhaltensstudien an unkupierten Ferkeln wurde untersucht, wie es zum Schwanzbeißen kommt und welche Tiere „Täter“ oder „Opfer“ sind. Fazit: Eine Lösung des Problems ist noch nicht in Sicht.

An der Universität Gießen wurde jetzt anhand von Verhaltensbeobachtungen im Flatdeck analysiert, welche Tiere beim Problemkreis Schwanzbeißen als Täter oder Opfer definiert werden können. Gleichzeitig ist geprüft worden, inwieweit ein umfangreiches Beschäftigungsangebot in den Buchten das Schwanzbeißen verhindern kann.

Täter- und Opferferkel unterscheiden sich kaum

Es hat sich gezeigt, dass es meist mehrere Ferkel sind, die sich gegenseitig beißen und dass es für den Schweinehalter schwierig ist, Täter- und Opferferkel  sicher zu unterscheiden. Tendenziell ließ sich beobachten, dass die Täter etwas häufiger kastrierte männliche und Jungsauenferkel waren. Und sie waren etwas leichter als ihre Buchtenpartner. In manchen Gruppen waren sogar alle Ferkel in das gegenseitige Beißen einbezogen. Das Auftreten des Schwanzbeißens lässt sich daher auch nicht voraussagen.

Auch reichhaltiges Beschäftigungsangebot bietet keine Garantie

Da immer wieder argumentiert wird, dass die Ferkel ein großes Angebot an Beschäftigung benötigen, damit sie nicht aus Langeweile auf den Schwänzen der Buchtengefährten herumkauen, haben die Gießener Wissenschaftler ein „Spielzeugland“ für die Tiere eingerichtet. Auch dieses konnte ein heftiges Schwanzbeißen ab der zweiten/dritten Woche nach dem Absetzen nicht verhindern. Am Ende der Aufzucht wiesen etwas zwei Drittel der Ferkel Teil- oder Totalverluste des Schwanzes auf. Diese Verletzungen sind tierschutzrelevant und den Wissenschaftlern zufolge wäre der Verzicht auf das Schwanzkupieren ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Mehr über die Hintergründe und die Ergebnisse dieser Verhaltensstudie erfahren Sie in der Februar-Ausgabe von agrarheute Schwein im Beitrag „DEN Täter gibt es nicht“.

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