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Forschungsprojekt

Schwanzbeißen bei unkupierten Schweinen verhindern

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Julia Eder, agrarheute
am
24.10.2016

Ein Forschungsprojekt zur Verbesserung der Schweinehaltung hat erste Ergebnisse vorgestellt: Das sind Erfolgsfaktoren beim Verzicht auf das Kupieren von Schweineschwänzen.

Wichtige Erfolgsfaktoren beim Verzicht auf das Kürzen von Schweineschwänzen sind

  • verbesserte Haltungsbedingungen
  • mehr Rohfaser und Strukturfasern im Futter
  • Vermeidung von Störungen im Betriebsablauf bzw. Stress bei Tieren

Das ist die Zwischenbilanz eines vom nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium initiierten Großprojekts mit insgesamt 24 Mastdurchgängen in 15 Betrieben. Ziel sei eine Schweinehaltung, die das Schwänzekürzen überflüssig mache. Derzeit würden die Ringelschwänze noch routinemäßig gekürzt, weil die Tiere sich dort sonst gegenseitig beißen und verletzen.

Bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse schlug Ressortchef Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) vor, dass jeder Landwirt zunächst mit einer kleinen Gruppe unkupierter Tiere beginnen und sich dazu fachkundigen Rat holen sollte.

Rewe und Provieh unterstützen Schweinehaltungsprojekt

Das Projekt soll von Oktober dieses Jahres bis Ende Mai 2017 auf rund 50 Praxisbetriebe ausgeweitet werden. Als weiterer Projektpartner kommt die Rewe-Group hinzu. "Der Lebensmitteleinzelhandel spielt eine wichtige Rolle bei der Preisgestaltung und Vermarktung und ist somit in ökonomischer Hinsicht ein wichtiger Schlüssel für mehr Tierschutz in der Tierhaltung", sagte Remmel.

Unterdessen begrüßte die Tierschutzorganisation ProVieh die Ergebnisse des "Ringelschwanzprojekts". Der Vorsitzende des Vereins, Prof. Sievert Lorenzen, sah sich bestätigt, dass die Schweine, die auf hohe Tageszunahmen gezüchtet sind, bei den heute üblichen Haltungsbedingungen unter einem sehr hohen Anpassungsstress litten.

Quelle: AgE

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