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Ist Schwanzbeißen vorhersagbar?

von , am
16.02.2011

Die Universität Bristol hat auf einem Betrieb in Großbritannien 700 Mastschweine von der Geburt bis zur Schlachtung beobachtet. Die Frage: Lässt sich Schwanzbeißen vorhersagen?

Initiative Tierwohl: Von den 4.650 registrierten Landwirten können nur weniger als die Hälfte teilnehmen. © Mühlhausen/landpixel
Meist wird Schwanzbeißen bei Schweinen erst wahrgenommen, wenn blutende Verletzungen auftreten. Eine Vorhersage des Auftretens von Schwanzbeißen wäre aber für die Landwirte eine große Hilfe. Auf einem Praxisbetrieb in Großbritannien wurden deshalb etwa 700 Mastschweine von der Geburt bis zur Schlachtung beobachtet.
Die Ferkel wurden mit 25 (+/- 3 Tagen) abgesetzt und in Gruppen aus je drei Würfen (30 +/- 9 Ferkel pro Gruppe) in den Absetzstall gebracht. Im Alter von zwölf Wochen wurden die Ferkel in der gleichen Gruppenzusammensetzung unverändert in den Maststall umgestallt. Alle Buchten waren mit Sägespänen eingestreut und die Absetzer- und Mastbuchten mit Beschäftigungsmaterial ausgestattet.

Weiterer Forschungsbedarf

Bei allen Schweinen wurden die Schwänze wöchentlich auf Verletzungen untersucht. Zusätzlich führten die Wissenschaftler zu vier Zeitpunkten Direktbeobachtungen durch. Videoaufnahmen wurden rückwirkend 96 Stunden vor dem ersten Auftreten des Schwanzbeißens ausgewertet.
Die einzelnen Mastgruppen wurden laut DLG je nach Befund einer von drei Gruppen zugeordnet:
  • kein Auftreten,
  • leichtes Auftreten (Schäden nur bei genauem Hinsehen erkennbar) und
  • schweres Auftreten von Schwanzbeißen (blutende Wunden bei mindestens zwei Tieren).
Von 20 Gruppen wurde in insgesamt 14 Gruppen Schwanzbeißen beobachtet. In den Gruppen ohne Schwanzbeißen klemmten weniger Tiere den Schwanz ein. In den fünf Buchten, in denen ein einzelnes Tier gebissen und aus der Bucht entfernt oder behandelt wurde, trat einige Zeit später erneut Schwanzbeißen auf. Allerdings betonen die Forscher, dass keines dieser Merkmale vor allen registrierten Fällen von schwerem Schwanzbeißen auftrat. Somit besteht weiter Forschungsbedarf, um eine zur Vorhersage von Schwanzbeißen geeignete Messgröße zu identifizieren, teilt die DLG mit. 
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