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Aus der Wirtschaft

Schweinefleisch: Exportdynamik schwächt sich ab

© contrastwerkstatt/Fotolia
von , am
26.09.2012

Die europäischen Exporte von Schweinefleisch könnten in diesem Jahr das Rekordergebnis des Vorjahres wiederholen oder leicht übertreffen. Dabei hat sich die Dynamik der Ausfuhren im bisherigen Jahresverlauf jedoch abgeschwächt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die EU-Kommission mit einer sinkenden Schweineproduktion gerechnet. Der Trend hat sich bestätigt. © landpixel
Während die Ausfuhrmenge im Februar noch 17 Prozent (%) über den Vorjahreswerten lag, waren es im April sieben Prozent und bis Juli ging der Vorsprung auf etwa zwei Prozent zurück. Allerdings hatten die EU-Länder im letzten Jahr auch einen neuen Ausfuhrrekord erzielt.
 
Auch das deutsche Exporttempo ging im Jahresverlauf etwas zurück, jedoch ist der Zuwachs bei den Ausfuhren noch immer zweistellig Absatz nach Russland rückläufig. Der wichtigste Drittlandsmarkt für die EU-Länder ist nach wie vor Russland. Rund ein Viertel aller Ausfuhren (445.000 t) Schweinefleisch lieferten die Europäer von Januar bis Juli 2012 dorthin. Allerdings nahmen die Exporte im Vorjahresvergleich um rund neun Prozent ab und könnten auch vor dem Hintergrund der wachsenden russischen Produktion künftig weiter zurückgehen. Im gesamten letzten Jahr exportierten die Europäer knapp 850.000 Tonnen (t) Schweinefleisch nach Russland.

China wird immer wichtiger

Erstmals an Position zwei der wichtigsten Absatzmärkte liegt mit zweistelligen Zuwachsraten in diesem Jahr China. Um rund 70 Prozent (%) haben die Ausfuhren in den ersten sieben Monaten dieses Jahres zugenommen. Mit etwa 300.000 t Schweinefleisch (Produktgewicht) kommen die Chinesen auf einen Handelsanteil von knapp 17 % und werden damit für die Marktstabilität in der EU immer wichtiger.
 
Gleichzeitig hat das Reich der Mitte auch Hongkong als bislang zweitwichtigsten Absatzmarkt überholt. Die Importe der Hongkong-Chinesen schrumpften um 21 % auf etwa 232.000 t. Noch deutlicher gingen die Einfuhren Süd-Koreas mit fast 30 % auf 90.000 t zurück.

Wachstumsmärkte Ukraine und Weißrussland

Relativ stabil blieb in den ersten sieben Monaten des Jahres mit 135.000 t die Importmenge Japans (+ 3%), der Nummer vier unter den wichtigsten Exportmärkten der EU. Dagegen weisen die Einfuhren der Ukraine und Weißrusslands mit +85 % und +27 % sehr hohe Zuwachsraten auf. Beide Länder kommen jetzt auf einen Anteil von fünf, beziehungsweise vier Prozent an allen EU-Exporten.
 
Mit knapp zehn Prozent ebenfalls noch kräftig gewachsen ist der Export nach Kroatien. Dagegen gingen die Einfuhren auf die Philippinen mit einem Minus von 28 % sehr deutlich zurück. Die EU-Kommission hatte im Juni für das Gesamtjahr einen Zuwachs der EU-Exporte von 3,5 % prognostiziert. Für das nächste Jahr geht man allerdings von einem Rückgang der Gesamtexporte in der Größenordnung von zehn Prozent aus.

Deutschland weiterhin größter Exporteur

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Mit deutlichem Abstand hat Deutschland sich in diesem Jahr vor Dänemark an die Spitze der europäischen Schweinefleischexporteure gesetzt. Gegenüber dem Vorjahr sind die deutschen Schweinefleischausfuhren in den ersten sieben Monaten des Jahres um 14 % gewachsen. Der deutsche Anteil an den europäischen Gesamtausfuhren lag damit bei 26 % - einem Viertel.
 
Die Exporte des zweitgrößten EU-Exporteures Dänemark sind hingegen um rund sechs Prozent zurückgegangen und auch die Ausfuhren der Niederlande (-16 %), Frankreichs (- 9 %) sowie Belgiens (- 16 %) und Österreichs (-18 %) sind geschrumpft.
 
Ebenfalls zugenommen haben dagegen die Exporte Spaniens (+ 26 %) und Polens (+ 24 %) sowie Irlands (+17 %) und Ungarns (+ 10 %).
 
Bedeutendster Drittlands-Exporteur der EU war Deutschland, vor Dänemark, Spanien, Polen, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Belgien.
 
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