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Schweinefleisch: Weltweite Nachfrage steigt

von , am
03.05.2012

Der weltweite Fleischkonsum wird sich 2012 nach einem leichten Rückgang im vergangenen Jahr wieder etwas erholen. Bei Schweinefleisch wird eine Steigerung von 1,7 Prozent erwartet.

© Mühlhausen/landpixel
Wie die Publikation "Meat News" des Belgian Meat Office aus einer aktuellen Prognose des französischen Consulting-Unternehmens Gira zitiert, wird sich der weltweite Konsum über alle Fleischarten hinweg um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt rund 238,9 Millionen Tonnen (Mio. t.) Schlachtgewicht (SG) erhöhen. Diese Steigerungsrate sei im historischen Vergleich unterdurchschnittlich. Bei Schweinefleisch sei eine Nachfragesteigerung um 1,7 Prozent auf 98,4 Mio t SG zu erwarten.

Steigende Schweinepreise prognostiziert

Gira rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Schweinepreise in der Europäischen Union von 1 Prozent bis 5 Prozent gegenüber 2011, was der Branche eine steigende Rentabilität bescheren dürfe. Schrumpfende Sauenbestandszahlen würden größtenteils durch Effizienzsteigerungen kompensiert. Es sei allerdings wahrscheinlich, dass viele Sauenhalter die ab 2013 in der EU geltenden neuen Vorschriften für die Gruppenhaltung nicht umsetzten. Ob dies zu einem Aufschub oder einer Entschärfung der Vorschriften führen werde, sei unklar. Die Exportabhängigkeit der EU nehme bei gleichzeitig rückläufigem Inlandsverzehr zu.

Zunahme der Schlachtungen in Deutschland

Die Nachfrage auf dem Weltmarkt sei zurzeit gut. Auf Deutschland, Dänemark, die Niederlande und Belgien entfielen gut 40 Prozent der gesamten EU-Produktion. Allerdings fallen die Prognosen für diese Länder unterschiedlich aus: Während in Deutschland und Dänemark im Jahr 2012 mit einer Steigerung der Schweineschlachtungen um ein Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent zu rechnen sei, werde für die Niederlande und Belgien eine Einschränkung um 2,4 Prozent beziehungsweise ein Prozent prognostiziert. In den neuen Mitgliedstaaten werde ein noch deutlicherer Rückgang, nämlich um 9,1 Prozent erwartet. Für die übrigen EU-Länder ergäben sich nur geringfügige Veränderungen.

Schweinefleischverzehr in der EU rückläufig

Nachdem der Schweinefleischverzehr in der EU 2011 bereits um 0,8 Prozent rückläufig gewesen sei, müsse man im laufenden Jahr mit einem weiteren Minus in Höhe von ein Prozent rechnen. Aufgrund des geringeren Angebots an fetteren Teilen und der teuren Rohstoffe sehe die Fleischverarbeitungsbranche schwierigen Zeiten entgegen. Kleinere Margen würden zu neuen Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel führen. Die Kernfrage sei hier, ob die Einzelhandelspreise dadurch steigen würden. Mit Blick auf die globale Schweinefleischerzeugung sei ein Aufschwung wahrscheinlich, nachdem es im vergangenen Jahr vor allem als Folge der tierkrankheitsbedingt negativen Entwicklung in China und Korea einen Rückgang gegeben habe.
 
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