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Schweinefütterung

Schweinehaltung: 10 Tipps zur Flüssigfütterung

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am Freitag, 09.04.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Hohe tägliche Zunahmen und eine optimale Futterhygiene: Wir geben Ihnen zehn Tipps, wie Sie die Flüssigfütterung in der Schweinehaltung weiter optimieren können.

Hohe tägliche Zunahmen und eine gute Futterqualität sind zwei wichtige Punkte in der Schweinehaltung. Entscheidet sich ein Betrieb für die Flüssigfütterung, gibt es einige Dinge zu beachten. Wir geben Ihnen zehn Tipps für eine optimale Futterhygiene der Schweine.

1. Flüssigfutter-Leitungen sorgfältig reinigen

Die Flüssigfutterleitungen sind sehr keimanfällig. Vor allem wenn der Stall leer steht, erhöht sich die Keimbelastung. In den Leitungen entwickeln sich oft Biofilme, die günstige Lebensbedingungen für unerwünschte Mikroorganismen schaffen. Daher reicht es nicht aus, die Leitungen nur mit klarem Wasser zu spülen.

Besser ist es, eine Spülmaus zu verwenden. Sie reinigt die Rohre optimal. Um die Membrane nicht zu beschädigen, sollte man darauf achten, dass die Düse das Wasser nur nach hinten spritzt. Nach dem Reinigen muss das restliche „Dreckwasser“ aus Tränken und Trögen entfernt werden. Hierfür bieten sich Futterschaufeln oder Nasssauger an.

2. Natronlauge für die Flüssigfutter-Leitungen

Gegen den natürlichen Biofilm und Hefen hilft das Reinigen der Leitungen mit Natronlauge. Die Lauge darf der Landwirt nur im unbelegten Stall anwenden. Bevor die Flüssigkeit in die Leitungen gegeben wird, sollte mit Wasser vorgereinigt werden. Nach einer Einwirkungszeit von 24 Stunden können die Leitungen dann noch einmal gründlich mit Wasser gespült werden. Der Leitungsinhalt wird anschließend in den Güllekeller abgelassen.

3. Ergebnis der Reinigung kontrollieren

Ob die Reinigung der Rohre gründlich war, weiß man nur, wenn man diese anschließend gründlich kontrolliert. So kann man die Fallrohre mithilfe eines Spiegels und einer Taschenlampe genauer untersuchen. Mit dem Fingertest lassen sich Restrückstände des Flüssigfutters an sensiblen Stellen finden. Auch einen möglichen Biofilm in den Leitungen kann man so erkennen.

4. Reinigen mit Gerste als Scheuerbürste

Durch ihre Grannen wirkt Gerste wie eine Scheuerbürste. Mithilfe des Getreides können Ringleitungen von innen sehr gut vorgereinigt werden. Dafür gibt man 1 bis 2 kg Gerste langsam in den Anmischbehälter, pumpt den Inhalt um und spült anschließend mit klarem Wasser nach.

5. Futterlagerung optimieren

Die Futtersilos gilt es, in regelmäßigen Abständen vollständig zu entleeren, zu reinigen und von innen zu desinfizieren. Dafür eignet sich der Einbau eines Mannlochs an der Außenwand der Silos. Durch Feuchtigkeit und Kondenswasser kann sich schimmliges Futter im Silo bilden, das durch die Mischanlage zu den Tieren gelangt.

Entlüftungshauben an der höchsten Silostelle vermindern Kondenswasser im Inneren des Silos. Zudem sollten die Auslauftrichter steil genug sein, um ein Ablagern und anschließendes Verklumpen von Futterresten innen an der Silowand zu vermeiden.

Damit man sich beim Reinigen der einzelnen Geräte frei bewegen kann, ist es außerdem wichtig, dass der Mischbereich genügend Platz bietet. Gerade beim Planen einer neuen Futterzentrale sollte man diesen Punkt unbedingt mit bedenken. Um den Fütterungscomputer vor Staub und Schmutz zu schützen, steht er am besten in einem separaten Raum.

6. Einwandfreie Futtermittel für Schweine

Damit Schweine gute tägliche Zunahmen erreichen, müssen sie hygienisch unbedenkliches und nährstoffreiches Futter erhalten. Daher sollte die Qualität der Futtermittel immer einwandfrei sein. Gerade in warmen Jahreszeiten sollte man daher vor allem bei Corn-Cob-Mix (CCM) auf Hefen und im Getreide auf Kornkäfer achten.

7. Anmischbehälter im Blick behalten

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Für ein optimales Anmischen aller Komponenten müssen die Rührwerke und die Behältergrößen aufeinander abgestimmt sein. Nur so lässt sich ein homogenes Flüssigfutter herstellen.

Auch wenn die Anlage mit integriertem Reinigungs- und Desinfektionsprogramm ausgestattet sein sollte, sollte man darauf achten, den Mischbehälter regelmäßig sehr gründlich zu reinigen. So entfernt man eventuelle Futterreste und senkt das Risiko einer erhöhten Keimbelastung im Futter. Zudem sollten Landwirte die Dichtungen an den Mischfutterbehältern regelmäßig prüfen, so dass kein Wasser in den trockenen Mehlbereich eindringen kann.

8. Der Trog muss sauber sein

Die Hygiene im Trog ist neben Futterqualität und regelmäßigem Reinigen der gesamten Technik entscheidend für eine gute Futteraufnahme. Der Trog sollte daher ein- bis zweimal am Tag komplett leergefressen sein, bevor neues, frisches Futter nachkommt.

Bei Sensorfütterung kann man das fördern, indem man beim Einbau darauf achtet, dass die Sensoren im Trog entsprechend positioniert sind. Neben der Troghygiene und der gleichmäßigen Futteraufnahme gilt es, darauf zu achten, dass sich das Futter im Trog nicht entmischt und die Feststoffe zum Schluss im Trog verbleiben. Die Misch- und Quellzeiten sollen daher bei mindestens drei bis sechs Minuten liegen.

9. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Das Auge des Herrn mästet das Vieh – oder anders ausgedrückt: Der Landwirt sollte die Futteraufnahme und Qualität der Tiere stets im Blick haben. So lassen sich Probleme mit der Fütterung, bei der Qualität des Futters oder technische Komplikationen in den Futter- leitungen schnell erkennen und lösen. Auch die regelmäßige Kontrolle der Ausgangskomponenten (Trockensubstanzgehalt, Proteine etc.) ist unerlässlich.

10. Wartung und Pflege der gesamten Technik

Neben den Futterpumpen gilt es, auch die Futterventile regelmäßig auf ihre Funktionalität zu überprüfen. So stellt man Dosiergenauigkeit, Luftdruck und Pumpendruck durchgehend sicher. Auch die Ventilmembranen sind regelmäßig auf Verschleiß zu prüfen. Gleiches gilt für die Wiegeeinrichtungen an den Anmischbehältern.

Beim Kauf eines Volumendosierers sollte der Landwirt darauf achten, dass er sich problemlos mit dem Hochdruckreiniger reinigen lässt. Wichtig dabei: Man sollte ihn nicht für jede Reinigung komplett auseinanderschrauben müssen.

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