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Schwein

Schweinemäster in den USA schreiben tiefrote Zahlen

von , am
08.09.2009

Washington - Nach der Gewährung staatlicher Unterstützung an Kanadas Schweinefarmer fordern nun auch die Mäster in den Vereinigten Staaten Hilfen aus dem Haushalt.

© agrarfoto.com

In einem Schreiben an US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack verlangt der US-Verband der Schweinefleischproduzenten (NPPC) finanzielle Unterstützung in einer Größenordnung von insgesamt 250 Millionen $ (175 Millionen Euro) sowie weitere Aktivitäten zugunsten der Erzeuger.

Seit September 2007 hätten die Produzenten bei der Vermarktung im Schnitt 21 $ (14,7 Euro) pro Mastschwein verloren. Unverzüglich solle zusätzlich Schweinefleisch im Wert von 50 Millionen $ (35 Millionen Euro) für staatliche Ernährungsprogramme aufgekauft werden, verlangte der NPPC. Dabei sollten noch Mittel aus dem am 30. September auslaufenden Haushaltsjahr 2009 genutzt werden. Darüber hinaus müssten noch einmal 50 Millionen $ (35 Millionen Euro) aus dem ab dem ersten Oktober zur Verfügung stehenden Budget des neuen Haushaltsjahres fließen.

Branche stark vertikal integriert

Engagieren soll sich der Staat nach dem Willen des NPPC auch bei der Abfederung der Folgen der "neuen Grippe" im Schweinesektor. Gefordert wird, für solche Maßnahmen insgesamt 100 Millionen $ (70 Millionen Euro) auszugeben, davon 70 Millionen $ (49 Millionen Euro) für Überwachungsmaßnahmen, 10 Millionen $ (7 Millionen Euro) für Diagnostik und Impfstoffentwicklung sowie 20 Millionen $ (14 Millionen Euro) zur allgemeinen Unterstützung des Schweinefleischsektors. Geprägt wird die US-Schweinebranche von vertikal integrierten Unternehmen wie Smithfield oder Tyson, die Landwirte in Lohnmast für sich arbeiten lassen.

Handelsblockade Chinas kritisiert

Darüber hinaus soll sich der US-Handelsbeauftragte Ron Kirk laut den Forderungen des NPPC dafür einsetzen, Marktzugangsschranken für amerikanisches Schweinefleisch infolge der "neuen Grippe" zu beseitigen. Mehrere Länder einschließlich Chinas hielten weiterhin ungerechtfertigte Importverbote für Schweinefleisch aus den Vereinigten Staaten wegen des H1N1-Virus aufrecht, kritisiert der Verband. Unter der fälschlicherweise auch als "Schweinegrippe" bezeichneten Krankheit hat die Branche in Nordamerika spürbar zu leiden.

Maßnahmenbündel zur Unterstützung der Schweinehalter 

Über Umsatzprobleme wurde auch aus Kanada berichtet, wo vor einiger Zeit offenbar ein Landarbeiter Schweine auf einem Agrarbetrieb mit dem H1N1-Virus ansteckte. Kanadas Landwirtschaftsminister Gerry Ritz hatte Mitte August ein Maßnahmenbündel zur Unterstützung der Schweinehalter aufgelegt. Absatzförderung und Markterschließung stehen im Vordergrund. Dabei geht es aber nicht nur um Märkte in Übersee, sondern auch um Lieferungen in die USA. Dort macht den Kanadiern seit einigen Monaten die neu eingeführte verpflichtende Ursprungskennzeichnung für Agrarprodukte das Leben schwer. (AgE)

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