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Aus der Wirtschaft

Schweinemarkt: Alles hängt am Export

von , am
30.03.2012

Die Aussichten für Schweinehalter sind weiterhin gut. Entscheidend für die weitere Marktentwicklung ist der Export, denn die Produktion fällt größer aus als Anfang des Jahres erwartet.

Am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie wird der Einfluss der Aufruffütterung auf Futterkämpfen geforscht. © Mühlhausen/landpixel
Für Schweinhalter sind die Aussichten für die kommenden Monate gut. Diesen Schluss lassen jedenfalls die von der EU-Kommission im März aktualisierten Produktions- und Handelsdaten zu. Entscheidend für die weitere die Marktentwicklung wird jedoch sein, ob der Export weiter so gut läuft wie bisher. Die Produktion fällt nämlich etwas größer aus als dies noch Anfang des Jahres erwartet wurde und gleichzeitig ziehen die Futterkosten wieder an und drücken auf die Margen.
Die Terminmärkte gehen bislang jedoch bis weit in das Jahr 2012 hinein von hohen Preisen aus.

Produktion bleibt fast stabil

Die Produktionsschätzung der EU-Kommission vom März, geht für das Gesamtjahr 2012 nur noch von einem Produktionsrückgang von 0,1 Prozent aus und damit von relativ stabilen Angebotsverhältnissen. Dabei fällt die Zahl der erzeugten Schweine vor allem im angebotsstarken vierten Quartal mit -1,8 unter den Wert des Vorjahres.
 
Auf das Gesamtjahr 2012 bezogen wird der Produktionsrekord von 2011 jedoch nur noch leicht verfehlt. Von den großen Produktionsländern rechnet man in Dänemark (-1,4 Prozent), Frankreich (-1,5 Prozent), Italien (-1,4 Prozent) und Polen (-5,8 Prozent) mit überdurchschnittlichen Produktionsrückgängen. In den Deutschland erwartet man nur noch einen Rückgang der Schweineproduktion von - 0,3 Prozent und in den Niederlanden von - 0,9 Prozent.
 
Dagegen nimmt das Angebot in Spanien (+3,8 Prozent) zu und bleibt im Vereinigten Königreich stabil (+ 0,1 Prozent). Eine kräftige Ausweitung der Produktion verzeichnet man hingegen in Rumänien (+10,4 Prozent) und auch in den baltischen Ländern.

Deutlich weniger Sauen

Die aus allen EU-Ländern nun fast vollständig vorliegenden Viehzählungsergebnisse vom Dezember 2011, bestätigen den anhaltenden Bestandsrückgang. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Schweine nochmals um -1,7 Prozent abgenommen. Die Zahl der Sauen schrumpfte innerhalb eines Jahres sogar um -3,4 Prozent . Ursache sind neben den hohen Futterkosten, vor allem auch die Auflagen, die mit der Einführung der Gruppenhaltung (2013) verbundenen sind.
 
Unter den großen Produktionsländern schrumpft die kleinstrukturierte Sauenhaltung in Polen mit -15,3 Prozent am stärksten. In unserem östlichen Nachbarland Tschechien, nahm die Zahl der Sauen innerhalb eines Jahres um -19 Prozent ab und reduziert damit das Produktionspotenzial dramatisch. Für Dänemark wird immerhin noch ein Rückgang der Sauenzahl um -3,7 Prozent ausgewiesen und in Italien zählte man im Dezember rund -8 Prozent weniger Sauen als ein Jahr zuvor. Frankreichs Sauenhalter reduzierten ihren Bestand um -2,5 Prozent und deutsche Züchter hielten am Ende des Jahres -1,8 Prozent weniger Sauen. Stabile Sauenbestände meldete man aus Spanien und in den Niederlanden nahm ihre Zahl sogar leicht zu.

Exporte weiter sehr dynamisch

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Überraschend dynamisch hat sich zu Beginn des Jahres der Export entwickelt. Die für den Monat Januar von der Kommission erfassten Ausfuhren waren rund ein Viertel größer als im bereits sehr guten letzten Jahr. Am stärksten gewachsen sind die Exporte nach Weißrussland, China und Süd-Korea. Aber auch die Exporte nach Russland und Hongkong, in die Ukraine und auf die Philippinen weisen noch zweistellige Wachstumsraten auf. Mengenmäßig größter Absatzmarkt blieb jedoch auch 2012 Russland, gefolgt von Hongkong, China, Japan, Südkorea und der Ukraine. Die Lebendexporte nach Russland kamen zu Beginn des Jahres zu über 90 Prozent aus den drei baltischen Ländern.

ISN: Mitglieder setzen auf Export

 
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