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Schweinemarkt: Preise in Österreich und Deutschland ziehen erneut an

von , am
08.02.2011

Wien - Vor allem in Österreich und Deutschland, aber auch in anderen EU-Mitgliedstaaten ziehen diese Woche die Schweinefleischpreise neuerlich an.

Preisrutsch am Schweinemarkt: Der VEZG-Preis verlor sieben Cent gegenüber der Vorwoche. © landpixel
In Österreich war das Angebot zuletzt deutlich zu klein, um den Bedarf des Fleischmarktes abzudecken, berichtet die Österreichische Schweinebörse, so dass die Notierung für Mastschweine für die laufende Woche - ebenso wie in Deutschland - um 9,- Cent pro kg hinaufgesetzt wurde. Sie beträgt nun in Österreich Eur 1,40 pro kg. Mit zur Preiserholung - nach dem Einbruch infolge des Dioxin-Skandals in Deutschland - trägt auch die private Lagerhaltung bei.

Private Lagerhaltung wird rege in Anspruch genommen

Laut AMA (Agrarmarkt Austria) wurde diese am 1. Februar gestartete marktstabilisierende Maßnahme schon in den ersten Tagen sowohl in Österreich als auch in anderen EU-Ländern rege in Anspruch genommen. Bis gestern Mittag, dem zweiten Meldetermin von Anträgen an die EU-Kommission, stellten österreichische Lagerhalter bereits Anträge über 1.460 t. Die Europäische Kommission hat laut dem Procedere fünf Arbeitstage Zeit, Anträge abzulehnen, so dass heute, Dienstag, die ersten Lagerverträge aus der ersten Angebotsrunde - hier waren es 1.400 t - vom vorigen Mittwoch in Kraft treten könnten. Laut Schweinebörse nützen in Österreich Industrie und Handel die geförderte Lagerhaltung, um sich für den Sommer eine preisgünstige Rohstoffreserve anzulegen. Im weiteren Verlauf rechnet sie damit, dass sich der kräftige Preisanstieg der letzten drei Wochen nun allmählich Verflachen dürfte.

Anspringender Schweinefleischmarkt könnte auch Ferkelmarkt beleben

Obwohl zu befürchten sei, dass die Europäische Kommission infolge der jüngsten Preisentwicklung die private Lagerhaltung vielleicht früher als erwartet stoppen könnte, sei aber von weiterhin stabilen Verhältnissen auszugehen. Bei der letzten Aktion der privaten Lagerhaltung in Österreich im Jahr 2007 akzeptierte die EU-Kommission ein Monat lang Anträge in einem Umfang von insgesamt 3.000 t. Laut AMA zeichne sich ab, dass die private Lagerhaltung von Schweinefleisch in der gesamten EU in einem vielfachen Ausmaß von Österreich in Anspruch genommen wird. Der anspringende Schweinefleischmarkt sorgte auch für eine Belebung des Ferkelmarktes und für Erwartungen, dass auch hier die Preise steigen.

In der EU steigen die Notierungen weiter

Die Schlachtschweinenotierungen steigen auch am EU-Schweinemarkt diese Woche weiter. So wie in Österreich stieg die Notierung in Deutschland ebenfalls um 9 Cent pro kg, hier aber auf Eur 1,42 pro kg. Unter Berufung auf die Landwirtschaftskammer Niedersachsen meldet Dow Jones News, dass in der Bundesrepublik vorige Woche trotz der deutlichen Preisbefestigungen ein reger Abverkauf der vorhandenen Stückzahlen zu beobachten gewesen sei. Der Bedarf der Schlachtunternehmen habe nicht immer vollständig gedeckt werden können. Gemessen an der Nachfrage seien Schweine bis zuletzt knapp und gesucht gewesen. Dementsprechend rechneten die Marktbeteiligten - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der privaten Lagerhaltung - auch in der laufenden Woche mit stärker ansteigenden Schweinepreisen.  

Aufwärtstrend wird von Inlands- und Auslandsnachfrage getragen

Der Aufwärtstrend werde sowohl von einer "Normalisierung" des deutschen Inlandsabsatzes als auch von weiteren Erleichterungen im Exportgeschäft getragen. In Dänemark, Spanien und Frankreich legten die Schweinepreise diese Woche rund 5 Cent pro kg zu. Ebenso in den Niederlanden und Belgien stiegen sie kräftig, hier solle, so die heimische Schweinebörse, insbesondere die Private Lagerhaltung die Nachfrage beflügeln. (aiz)
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