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Tschechien

Schweinemast auf früherem KZ-Gelände beendet

Denkmal auf dem Gelände von Lety
Jana Semenow, dlz agrarmagazin
am
08.08.2017

Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Lety wurden jahrzehntelang Schweine gehalten. Nun soll der Betrieb abgerissen werden und einer Gedenkstätte an die Opfer des Nationalsozialismus weichen.

Im Streit um eine Schweinemast auf dem Gelände des früheren Zwangsarbeitslagers Lety im heutigen Tschechien konnte eine Einigung erzielt werden. Die Firma Agpi als derzeitiger Besitzer des Agrarbetriebs stimmte dem Verkauf der Anlage an den Staat zu. Voraussichtlich werde Anfang September der endgültige Vertrag unterzeichnet, sagte Kulturminister Daniel Herman gegenüber dem tschechischen Rundfunk. Über den Kaufpreis wurde beiderseits Stillschweigen vereinbart.

Massengräber unter Schweinemastbetrieb

Das sogenannte "Zigeunerlager" Lety war 1942 unter deutscher Besatzung errichtet worden. Mehr als 327 Menschen kamen dort unter katastrophalen Bedingungen ums Leben. Die Zahl der Toten könnte indes weit höher liegen als bisher angenommen: Archäologen stießen vor Kurzem auf bisher unbekannte Massengräber. Zudem wurde ein Teil der Häftlinge in das KZ nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Vertreter der Roma-Minderheit und der UN-Menschenrechtsausschuss hatten jahrelang die Schließung des Schweinemastbetriebs gefordert, der in den 1970er-Jahren errichtet worden war.

Mit Material von dpa
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