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Schweinemast: Futterkosten kräftig gestiegen

© landpixel
von , am
24.01.2012

Die Landwirte in der europäischen Union mussten 2011 deutlich mehr Geld für Futtermittel ausgeben als ein Jahr zuvor.

In Spanien standen 2016 erneut mehr Schweine im Stall. Allerdings sinkt auch dort die Anzahl der Zuchtsauen. © Mühlhausen/landpixel
Das lässt eine aktuelle Auswertung der EU-Kommission auf Basis der wichtigsten in der EU erzeugten sowie der importierten Futtermittel erkennen. Danach lagen die Futterkosten in der europäischen Schweinmast im Mittel des Jahres 2011 um gut ein Viertel höher als 2010. Trotz des stärkeren Anstiegs liegen die absoluten Futterkosten in Deutschland jedoch noch immer rund 10 Prozent niedriger als im Mittel der EU 27.
 
Eine von der EU-Kommission zusammengestellte Beispielration aus verschiedenen Getreidearten und Eiweißfutter kostete 2011 im Schnitt der EU 28,70 je 100 kg und in Deutschland 26,04 Euro je 100 Kilogramm. Im Mittel des Jahres 2010 kostete die gleiche Ration im Durchschnitt der EU 22,85 Euro und in Deutschland 19,81 Euro je 100 Kilogramm. Für den im Vergleich stärkeren Preisanstieg in Deutschland, dürfte unter anderem das relativ knappe Angebot an Futtergetreide verantwortlich sein.

Futterkosten weiterhin sehr hoch

Ihren Höhepunkt erreichten die Futterkosten für die Landwirte in der EU im April 2011 und in Deutschland im Februar. Nimmt man einmal den Januar 2010 als Ausgangspunkt, kletterten die Futterkosten im Schnitt der EU bis Februar 2011 um 44 Prozent oder 9,14 Euro je 100 Kilogramm. Danach gingen die Futterpreise wieder zurück und lagen im Dezember 2011 rund neun Prozent unter der Preisspitze vom Februar 2011, jedoch noch immer noch gut 30 Prozent höher als im Januar 2010. In Deutschland verteuerten sich Futtermittel für Schweinemäster von Januar 2010 bis Februar 2011 sogar um 65 Prozent oder 10,91 Euro je 100 Kilogramm.
 
Bis zum Jahresende 2012 gingen die Futterkosten dann zwar wieder um 13 Prozent auf 24,04 Euro je 100 Killogramm zurück, lagen damit jedoch noch immer 44 Prozent bzw. 7,30 Euro je 100 Kilogramm höher als im Januar 2010. Damit müssen Schweinmäster (ebenso wie andere Tierhalter) weiterhin deutlich mehr für Futter ausgeben als vor zwei Jahren (2010). Berücksichtigt man zudem die relativ hohen übrigen Kosten (Energie, Treibstoff, Betriebsmittel), dürfte die wirtschaftliche Situation für viele Schweinhalter weiterhin ausgesprochen angespannt sein. Während die Schweinepreise in Deutschland Mittel des Jahres 2011 um acht Prozent höher waren als 2010, kosteten Futtermittel im Jahresdurschnitt ein Drittel mehr.

Stärkster Anstieg in Deutschland und Frankreich

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Ähnlich stark wie in Deutschland sind die Futterkosten in Frankreich gestiegen (34 Prozent) und auch das absolute Niveau ist vergleichbar (26,35 Euro je 100 Kilogramm). Zusammen mit Deutschland und Belgien (32 Prozent) mussten französische Schweinmäster damit den stärksten Preisanstieg bei Futtermitteln in der EU verkraften. In Dänemark verteuerten sich die Futtermittel im letzten Jahr lediglich um 22 Prozent und in den Niederlanden um 29 Prozent. Allerdings sind die absoluten Futterkosten in einigen EU-Ländern trotz des starken Anstiegs noch immer höher als in Deutschland und Frankreich. Zu diesen Ländern gehören nach Daten der EU-Kommission Italien mit 36,27 Euro je 100 Kilogramm aus sowie Belgien mit 32,29 Euro je 100 Kilogramm. In Italien waren allerdings auch die Schweinepreise höher als in Deutschland und in Frankreich.
 
 
 
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