Zum Adventsgewinnspiel

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Tierwohl

Schweinemast: Schwanzbeißen nimmt in der Schweiz zu

Ferkel-Stroh-Sau-Ringelschwanz
am Donnerstag, 08.07.2021 - 14:30 (Jetzt kommentieren)

In der Schweiz fand eine Studie heraus, dass mehr als jedes dritte Mastschwein einen wunden oder blutigen Ringelschwanz hat. Damit nimmt das Problem Schwanzbeißen offenbar zu.

37 Prozent der untersuchten Mastschweine in der Schweiz hatten Schäden am Ringelschwanz. Das ist das Ergebnis der neusten Untersuchungen, die der Schweizer Bauer veröffentlicht hat.

Verglichen mit Untersuchungen aus früheren Jahren sei dies ein starker Anstieg. So traten Verletzungen und Schwanzbeißen bei Mastschweinen lange Zeit kaum noch auf. 2002 und 2005 konnten relativ selten Schäden an den Schwänzen der Schweine festgestellt werden.

Seit 2016 wieder vermehrt Schäden an den Langschwänzen

Im Jahr 2016 fand man bei im Schnitt 40 Prozent von 3.066 geschlachteten QM- und Labelschweine angebissene Schwänze. In den neusten Untersuchungen aus dem Jahr 2020 konnte gezeigt werden, dass nur 12 Prozent der Schweine beim Einstallen in der Mast bereits Schäden an ihren Ringelschwänzen zeigen. 

Kurz vor der Schlachtung war der Anteil allerdings auf 37 Prozent gestiegen. Heiko Nathues von der Vetsuisse-Fakultät in Bern ist darüber besorgt. Um herauszufinden, ob die Problematik mit dem Schwanzbeißen in der Schweiz tatsächlich so groß ist, untersuchte das Team ein Jahr lang zusätzlich 181.850 Schweine aus mehr als 1.800 Betrieben an vier großen Schlachthöfen.

Schwanzbeißen hat viele Gründe

Dabei bestätigte sich leider der Verdacht, dass Schwanzläsionen, also Wunden, die unter anderem durch das Benagen zustande kommen, verbreitet vorkommen. Der Wissenschaftler befürchtet darüber hinaus, dass die schlimmsten Fälle gar nicht erst bis zum Schlachthof kommen.

Zu beachten sei laut Matteo Aepli von der Suisag, dass die Läsionen an den Schwänzen auch andere Ursachen als das Schwanzbeißen haben können. Teils würden sie bereits bei der Geburt bestehen. Die Schweizer Wissenschaftler wollen jetzt alles dran setzen, die Zusammenhänge noch besser zu verstehen, um ihre Landwirte besser beraten zu können.

Es gibt viele Risikofaktoren für das Auftreten von Schwanzbeißen. Klar sei, je schlechter der Gesundheitszustand der Mastschweine, desto höher sei auch das Risiko, das vermehrt Wunden an den Schwänzen auftreten. Weitere Faktoren sind das Platzangebot, die Gruppengröße sowie die Art der Fütterung und das Stallklima. 

Mit Material von Schweizer Bauer

Digitale Ausgabe agrarheute

Mit den Ursachen von Schwanzbeißen und Kannibalismus befasst sich auch der Artikel "Wenn der Magen für Stress sorgt". Testen Sie unverbindlich die digitale Ausgabe von agrarheute Schwein.

Wenn Sie bereits ein digitales Abo haben, geht es hier entlang.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...