Login
Mast

Schweinemast: Vorsorge vermeidet Schwanzbeißen

von , am
29.06.2012

Seit vier Jahren gilt in der Schweiz das Kupier-Verbot von Schweinen. Die Erfahrung zeigt, dass eine Früherkennung und rechtzeitige Maßnahmen wirtschaftliche Einbußen vermeiden können.

Zahl der Schweine in Thüringen erneut gesunken. © Mühlhausen/landpixel
Schweizer Schweinemäster haben bereits vier Jahre Erfahrung mit unversehrten Schwänzen. Die Schweizer Landesanstalt für Schweinezucht hat die bisher gesammelten Erfahrungen bei der Schweinehaltung ohne Schwanzkürzen zusammengetragen. Praktiker und Berater sind der einhelligen Meinung, dass Schwanzbeißen mit entsprechenden Vorsorgeaufwendungen auf einem niedrigen Niveau gehalten werden kann. Ein höherer Medikamentenaufwand und Verwerfungen am Schlachthof sind seit dem Kupierverbot nicht eingetreten.
 
Der Schlüssel liegt laut LSZ im rechtzeitigen Erkennen von Verhaltensanomalien und geeigneten Gegenmaßnahmen.

Rechtzeitig Maßnahmen ergreifen

Zur Früherkennung sollte der Schweinehalter seine Tiere und die Haltungssituation gezielt beobachten und sofort Maßnahmen ergreifen. Die Schweizer Landesanstalt für Schweinezucht hat eine Checklisgte zusammengestellt. Bei den ersten Anzeichen von Schwanzbeißen, sollte der Betriebsleiter überprüfen, ob sich bei folgenden Parametern in der letzten Zeit Änderungen ergeben haben:
  • Sind die Tiere unruhig?
  • Ruhen viele Tiere in Seitenlage oder in der ungünstigen Bauchlage, was ein Zeichen für Unwohlsein ist?
  • Wie hoch ist die Belegungsdichte?
  • Waren die Ferkel oder Mastschweine zum Zeitpunkt der Aufstallung genügend schwer?
  • Ist der Boden im Liegebereich trocken?
  • Ist der Geräuschpegel im Stall vertretbar?
  • Gibt es Unterschiede bei einzelnen Buchten im Hinblick auf Belichtung und Besonnung?
  • Haben auch andere Mäster mit Tieren aus dem gleichen Herkunftsbetrieb ähnliche Probleme?
  • Waren die Schwänze bereits zum Aufstallungsbeginn verletzt?
  • Wie hoch ist das Gewicht des kleinsten und größten Tieres mit angebissenen Schwänzen?
  • Gab es Veränderungen im Stallklima?
  • Ausreichende Troglänge und Fressplätze vorhanden?
  • Gab es Änderungen bei Fütterungszeiten, Futterzusammenstellung, Futterhygiene?
  • Trinkwasserangebot und -qualität überprüfen
  • Beschäftigungsmittel und Abwechslung anbieten

Den ausführlichen Bericht der LSZ können Sie hier als pdf downloaden ...

Aus der Praxis: Sauenhaltung auf dem Betrieb Hahn

Auch interessant