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Preisfindung

Der Schweinepreis ist heiß

Schweinehälften hängen im Schlachthaus
am Dienstag, 09.10.2018 - 09:27 (Jetzt kommentieren)

Den richtigen Preis für Schlachtschweine zu finden ist nicht leicht. Häufig streiten Vermarkter und Schweinehalter um eine faire Preisbildung. Wichtiger Impulsgeber ist die Schweinebörse der ISN im Internet.

Am Preis für das Schlachtschwein scheiden sich immer wieder die Geister. Ist der Kurz- oder Langfristpreis der beste? Auch die Höhe der Preissprünge nach oben oder unten und deren mögliche Begrenzung werden oft kontrovers diskutiert.

Aber egal, ob vertragliche Bindung oder wechselnde Abnehmer: Eine starke und marktkonforme Notierung ist auch laut der ISN die Grundlage für jede Form der Vereinbarung zwischen den Handelspartnern, also Erzeuger und Vermarkter oder Schlachtunternehmen.

Wöchentliche Preisempfehlung

Dazu ermittelt die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) auf Grundlage des Marktstrukturgesetzes wöchentlich eine Preisempfehlung. Diese bietet eine zuverlässige Basis für die Abrechnung von Mastschweinen in Deutschland - auch in unbefriedigenden Marktphasen und bei Unstimmigkeiten zwischen Erzeuger- und Schlachthofseite.

Im Tagesgeschäft muss die VEZG immer wieder Fingerspitzengefühl beweisen und letztlich die Schmerzgrenze zu Hauspreisen ausloten.

Impulse von der Schweinebörse

Als wichtiger Impulsgeber für die Einschätzung des Spotmarkts dient die Internet-Schweinebörse der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Wirtschafts-­GmbH (ISW). In einer zweimal wöchentlich stattfindenden Auktion können auf dieser Online-Handelsplattform Partien schlachtreifer Schweine meistbietend versteigert werden.

Das dient einer noch breiteren Einschätzung des Markts. Legt das Ergebnis der Auktion am Dienstag beispielsweise zu und der Abstand zwischen aktuellem VEZG-Preis und Durchschnittspreis auf der Internet-Schweinebörse steigt, wird die Notierung am Folgetag vermutlich ebenfalls anziehen.

VEZG-Notierung als Basis

Die VEZG-Notierung dient also als Basis für Lieferverträge und andere Preismodelle. Preisrisiken zu minimieren, ist grundsätzlich für beide Seiten interessant.

Sogenannte Langfristpreise oder Mehrwochenpreise zur Glättung von Preisschwankungen ­werden von den Schlachtunternehmen und Viehvermarktern gerne in Verbindung mit Lieferverträgen zur Rohstoffsicherung genutzt.

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