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Schweineschlachtung: Vion ändert 2018 seine Abrechnungsmaske

Werksschließung Zeven
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Julia Eder, agrarheute
am
29.12.2017

Nach der Westfleisch hat jetzt auch das Schlachtunternehmen Vion mit neuen Masken auf die jüngsten Änderungen bei Tönnies reagiert. Vion kündigt an, ab dem 08.01.2018 neue Masken anzuwenden.

Im neuen Jahr müssen sich Schweinehalter auf geänderte Abrechnungsmasken einstellen. Tönnies und Westfleisch haben dies bereits. Nun kündigt auch Vion in einem Schreiben an die Lieferanten an, dass ab dem 08.01.2018 die neuen Masken zur Anwendung kommen werden. Die Wahlmöglichkeit zwischen der Abrechnung nach dem Muskelfleischanteil oder nach Teilstückgewichten soll weiterhin Bestand haben.

Kürzung der Zuschläge für den Muskelfleischanteil

Wesentliche Änderungen der MFA-Maske sind wie bei Tönnies die Kürzung der Zuschläge für den Muskelfleischanteil zwischen 59 und 61 % um einen Cent. Der optimale Gewichtsbereich bleibt mit 86 bis 105 kg unverändert, einen Korrekturabzug gibt es nicht. Damit wird die neue Vion-MFL-Maske zukünftig identisch mit der Tönnies-Maske in Rheda und Sögel sein.

Unterschiede in den Masken von Vion und Tönnies

Die Teilstückmaske (AutoFom) ist nicht identisch mit der Tönnies-Maske. Während der Lachs im Optimalbereich mit 3,45 Indexpunkten (IXP) etwas geringer bewertet wird als bei Tönnies (3,6 IXP), wird der Schinken zwischen 17 und 20 kg mit 2,7 IXP (Tönnies: 2,6 IXP) etwas höher bewertet. Auch beim Bauch gibt es leichte Unterschiede. Die Begrenzung der maximalen Indexpunkte auf 1,03 (Tönnies: 1,04) stellt ebenfalls eine Verschlechterung der Maske dar.

Eine abschließende Bewertung steht noch aus, dennoch dürfte die Teilstückmaske von Vion im Vergleich zu den Wettbewerbern nach ersten Einschätzungen zukünftig etwas schlechter ausfallen.

Trend zu immer mageren Tieren gestoppt

In den aktuellen Betriebszweigauswertungen liegen die durchschnittlichen Indexpunkte über alle Schlachtunternehmen hinweg bereits bei annähernd 1,01 IXP. Landwirte haben sowohl Genetik als auch Sortierung auf die "Abzugsmasken" angepasst und den Maskenschlupf minimiert. Schlachtunternehmen berichten vermehrt, dass insbesondere die Streuung der angelieferten Tiere immer kleiner und die Erfüllung aller Kundenwünsche im Fleischgeschäft so immer schwieriger werde. Mit den jüngsten Maskenänderungen soll demnach der Trend zu immer mageren Tieren ein Stück weit gestoppt werden. Dass dieses Ziel mit den "kosmetischen Änderungen" gelingt, darf jedoch bezweifelt werden. Im Endeffekt dürften die Schlachtunternehmen durch den wieder steigenden Maskenschlupf lediglich günstiger einkaufen.

Mit Material von ISN

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