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Sauenhaltung

Schweinezucht: Mit mehr Zitzen zu fitteren Ferkeln

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am Mittwoch, 10.08.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Angesichts hoher Wurfgrößen stellt sich die Frage, ob die Zahl der Zitzen an der Sau für alle Ferkel ausreicht. Mithilfe gezielter Anpaarungen lässt sich bereits viel erreichen, wie eine Praxisstudie zeigt.

Die Wurfgröße hat in den letzten Jahren in Deutschland wie auch in anderen Ländern mit intensiver Schweinezucht um etwa 0,2 Ferkel pro Jahr zugenommen. Selbst in der Schweiz, wo nicht so stark auf Wurfgröße gezüchtet wird, stieg die Zahl der Ferkel je Wurf jährlich um 0,1. Dabei stellt sich die Frage, ob für alle lebend geborenen Ferkel des Wurfs eine funktionstüchtige Zitze zur Verfügung steht. Die größer werdenden Würfe dürfen nämlich nicht zu steigenden Ferkelverlusten führen.

Praxisstudie: Zahl der Zitzen auf 16 gestiegen

In einer Praxisstudie in der Schweinezuchtanlage Oberer Hardthof der Universität Gießen wurde die Zitzenzahl von über 6.000 weiblichen und männlichen Ferkeln erfasst. Außerdem war der Vater der Ferkel bekannt. In der Anlage werden vor allem reinrassige Landrasse-(L)- und Edelschwein-(E)-Tiere sowie Kreuzungen aus beiden gehalten. Einige Pietrain-(Pi)- und Duroc-(Du)-Sauen komplettieren die genetische Vielfalt.

Im Mittel hatten die Neugeborenen 14,8 Zitzen und damit etwa eine Zitze weniger als ihre Mütter. Die mittlere Zitzenzahl im Schnitt aller Sauen betrug 16,0. Die Differenz kann damit erklärt werden, dass im Betrieb seit 2016 auf Zitzenzahl selektiert wird. Nur die Ferkel werden potenzielle Jungsauen, die mindestens 16 Zitzen (8/8) ohne After- oder Beizitzen haben. An diese Jungsauen werden jedoch überwiegend Pietrain-Eber angepaart.

Im Zeitraum von 2016 bis 2021 erhöhte sich bei den (Jung-)Sauen die mittlere Zitzenzahl von 15,6 auf 16,6. Pro Jahr ist das mit 0,17 Zitzen mehr ein beträchtlicher Zuchtfortschritt, der fast doppelt so hoch liegt wie in vielen Praxisbetrieben. Daten belegen, dass hier der Zuwachs bei der Zitzenzahl etwa 0,1 pro Jahr beträgt. Das zeigt, dass eine konsequente Selektion auf mindestens 16 Zitzen zu einem schnellen Erfolg führt.

Mit gezielten Anpaarungen ZItzenzahl erhöhen

An fast 2.700 weiblichen Nachkommen konnte der Einfluss der Zitzenzahl der Mutter auf die ihrer Töchter nachgewiesen werden. Je mehr Zitzen die Mütter hatten, umso höher war auch die Zitzenzahl ihrer weiblichen Nachkommen. Bei der Auswahl der künftigen Jungsauen sollte unbedingt die Zitzenzahl berücksichtigt werden. Insbesondere bei den Hybridsauen mit großen Würfen spielt das eine wichtige Rolle, um allen Ferkeln des Wurfs Zugang zur „Milchbar" zu ermöglichen.

Auch über die Auswahl der Besamungseber lässt sich ein schneller Zuchtfortschritt bei der Zitzenzahl erreichen. So zeigte die Analyse verschiedener Eber fast eine Zitze Unterschied bei den weiblichen Nachkommen. Letztlich sind gezielte Anpaarungen ein Schlüssel für eine hohe Zitzenzahl.

Mit Material von Prof. Dr. Steffen Hoy, Universität Gießen

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