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Zucht

Schweinezucht in Niedersachsen auf Rückzug

von , am
05.08.2013

Rund fünfzehn Prozent haben ihre Zuchtschweinehaltung in Niedersachsen eingestellt. Der Schweinesektor leidet dieses Jahr an schwachem Exportgeschäft und geringer Nachfrage.

Die Studie über den legalen Hormoneinsatz in der Sauenhaltung ist nach Ansicht vieler Fachleute ein Sturm im Wasserglas. © landpixel
Wie im Zuge der Umstellung auf die Gruppenhaltung der Sauen zu erwarten war, haben besonders viele Betriebe die Zuchtschweinehaltung aufgegeben. Der Rückgang von 3.010 Betrieben im Jahr 2012 auf 2.558 Betriebe in diesem Jahr bedeutet laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen Verlust von 15 Prozent innerhalb eines Jahres. 8.688 Millionen Schweine wurden in Niedersachsen zum Stichtag 3. Mai 2013 gehalten, das sind rund 4,9 Prozent weniger als zum gleichen Stichtag im Vorjahr. Wie bereits erwartet, war der Rückgang besonders im Bereich der trächtigen und nicht trächtigen Sauen (minus 8,5 bis minus 10,3 Prozent) zu verzeichnen.
 
Parallel zum Rückgang des Schweinebestandes hat auch die Zahl der Schweine haltenden Betriebe weiter abgenommen. Gab es zum Stichtag 3. Mai 2012 noch knapp 8.000 Schweine haltende Betriebe in Niedersachsen, wurden ein Jahr später nur noch 7.357 Betriebe gezählt, also rund acht Prozent weniger.

Nachfrageschwäche

Bereits in den ersten fünf Monaten diesen Jahres war in Deutschland mit einem Minus von 1,8 Prozent beim Mengenabsatz eine deutliche Nachfrageschwäche für Schweinefleisch erkennbar. Geflügelfleisch legte im Vergleichszeitraum um 7,4 Prozent zu. Überdurchschnittlich profitierte die Hähnchenbranche mit einem Absatzplus von 11,2 Prozent. Offensichtlich scheinen sich aber auch die Verzehrgewohnheiten der deutschen Bevölkerung zu ändern. So tendieren jüngere Menschen eindeutig zum Geflügelfleisch bzw. zu preiswerten Hackfleischgerichten. Hinzu kommt, dass ein zunehmender Anteil ausländischer Bevölkerungsgruppen Schweinefleisch aus religiösen Gründen meidet – Rind- und Geflügelfleisch profitieren derzeit von dieser Entwicklung.
 

Weniger Exporte nach Russland

Zu der schwachen Inlandsnachfrage gesellten sich zudem negative Faktoren aus dem Exportgeschäft: So führte beispielsweise insbesondere Russland in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich weniger Schweinefleisch ein als in vergangenen Jahren. Grund dafür ist die in den vergangenen zwölf Monaten stark ausgedehnte eigene Schweinefleischproduktion.
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