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Schweinezucht: Tierschützer decken erneut Verstöße auf

© Animal Rights Watch
von , am
06.03.2015

In einem Schweinezuchtbetrieb in Klein Wanzleben filmten Tierschützer heimlich die Ställe. Am Dienstag wurde der Betrieb von zehn Veterinären durchsucht. Die Zustände seien schlimm.

Tierschüttzer haben heimlich Aufnahmen von der Schweinzuchtanlage Gut Klein Wanzleben gemacht. © Animal Rights Watch
In Sachsen-Anhalt gibt es erneut mehrfache Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Ein Schweinezuchtbetrieb in Klein Wanzleben wurde laut Mitteldeutscher Zeitung (MZ) am Dienstag von zehn Veterinären untersucht. Wie der mdr auf seiner Internetseite schreibt, hätten Vertreter von Animal Rights Watch (ARIWA) die Anlage der Gut Klein Wanzleben Schweinezucht GmbH mehrfach heimlich besucht und Filmaufnahmen der Stallung gemacht.
 
Die Aufnahmen zeigen Tiere, die auf engem Raum in Fäkalien stehen oder liegen. ARIWA-Aktivist Erasmus Müller sagte im MDR-Interview, die Kastenstände seien nur 50 Zentimeter breit und damit viel schmaler als gesetzlich erlaubt. "Das Licht ist in allen Nächten, in denen das Filmteam dort war, taghell angewesen", so Müller. Zudem hätten die Tiere kein Trinkwasser gehabt.
Das Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts bestätigte am Mittwoch Vorwürfe, die zuvor Tierschützer erhoben hatten, gegenüber der MZ. Ministeriumssprecher Thiel sagte dem MDR-Magazin "exakt": "In der Anlage herrschen schlimmste Zustände."

Sind Obergrenzen die Lösung?

Ende Februar hatte Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens strikte Kontrollen in Tierbetrieben angekündigt, um "schwarzen Schafen" das Handwerk zu legen, schreibt der mdr weiter. In einer Landtagsdebatte fordere die Opposition Obergrenzen, um zu große Anlagen verhindern zu können. Aus Sicht der Linken hätten auch Nutztiere das Recht, nicht wie eine Sache behandelt zu werden. Die Grünen forderten ein generelles Verbot von Großanlagen. Die CDU-Fraktion vertrat hingegen die Meinung, dass Tiergesundheit nicht mit einer Obergrenze gesteigert werden könne.

Verstöße auch in Sachsen?

"Recherchen der Tierschutzorganisation ARIWA (Animal Rights Watch) haben in der nordsächsischen Anlage Wellaune (Ortsteil Bad Düben) schon vor Monaten massive Verstöße aufgedeckt. Die Tierschützer fanden dort erschreckende Zustände vor. So wurden gesunde Ferkel totgeschlagen, Sauen in viel zu engen Metallkäfigen fixiert, es gab kein sauberes Wasser und schwache bzw. bereits tote Ferkel lagen teils tagelang im Stall herum", berichtet Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der Grünen in Sachsen.
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