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Zucht

Schweinezucht: Das sind die Trends in der Forschung

von , am
02.07.2015

Neben den harten Kriterien gewinnen bei den Ebern zunehmend auch die weichen stark an Bedeutung. Geruch, Schleimbeutelentzündung und Tierverhalten - das sind die Trends in der genetischen Eberforschung.

Im Blickpunkt der Eber-Untersuchungen stehen heute auch weiche Kriterien wie der Ebergeruch. © LfL Bayern
Im Moment stehen bei den Ebern nicht nur die primären Eigenschaften, wie zum Beispiel die Mast- und Schlachtleistung, sondern auch die sekundäre Kriterien im Fokus der Untersuchungen:
  • Auf Ebergeruch wird bei den Prüftieren der Mutterrassen geforscht.
  • Auf Entzündungen des Schleimbeutels (Bursitiden) werden alle Prüftiere getestet.
  • Auch das Tierverhalten interessiert die Forschung immer mehr.

Ebergeruch über Züchtung verringern

Die Leistungsprüfung findet in Bayern in den Stationen Grub und Schwarzenau statt. Seit 2015 werden neben Kastraten auch Eberferkel bei den Mutterrassenprüfungen getestet. Mindestens sechs männlicheLandrasse- und Edelschweineber von Besamungsstationen Neustadt Aisch oder Bayern-Genetik werden nach Leistungen geprüft.
 
Die Eber werden auf den Gehalt von Androstenon (Sexualhormon) und Skatol (unangenehm riechende Indolverbindung, die auch im Kot zu finden ist) untersucht. Das Ziel ist der Aufbau einer Zuchtwertschätzung zur Verringerung des Ebergeruchs.

Neu eingeführt: Schleimbeutel prüfen

Neu eingeführt in der Leistungsprüfung ist die Schleimbeutel-Untersuchung (Bursitiden). Direkt nach dem Entbluten der Schlachtschweine werden die Beine auf Schleimbeutel untersucht, die öfter an den hinteren Beine vorkommen. Meistens handelt es sich um Hilfsschleimbeutel der Stufe 1 (geringer Befund). Bislang ist unbekannt, wie groß der genetische Einfluss bei der Entstehung von Bursitiden ist. 

Tierverhalten genetisch analysieren

Bei der Tierverhaltensprüfung gibt es folgendes Kriterium: 
  • Erfassen von Hautverletzungen durch Rangkämpfe (Läsionen). Dies deutet auf ein aggressives Verhalten über einen längeren Zeitraum hin.
Bei den Untersuchungen der Lfl waren alle Rassen und Kreuzungstiere von einem Auftreten der Läsionen in gleicher Weise betroffen.

Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall

Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Hungerkamp
Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Hungerkamp
Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Hungerkamp
Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Hungerkamp
Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Hungerkamp
Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Hungerkamp
Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Hungerkamp
Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Hungerkamp
Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Hungerkamp
Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Hungerkamp
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