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Schwein

"Sechs Pfoten müssten Schweine haben"

von , am
05.10.2009

Löningen - Der Geschäftsführer der German Meat GmbH, Steffen Reiter, legte bei der Tagung "Fokus Schwein Weser-Ems" in Löningen Chancen und Risiken der Exportmärkte für die deutsche Fleischwirtschaft dar.

© agrarfoto.com

So stellte Reiter mit Blick auf die Schweinehaltung in China fest, dass der Bedarf des bevölkerungsreichsten Landes der Welt die eigene Produktion noch bei weitem übersteige, auch wenn in der Volksrepublik bereits weltweit jedes zweite Schwein stehe. "Sechs Pfoten müssten die Schweine haben", sagten die Chinesen, so Reiter. Der Experte verwies auch auf die Risiken einer zunehmenden Internationalisierung der Märkte: So sei Japan, global größter Importmarkt für Schweinefleisch, wegen der Wildschweinepest in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nach kurzer Öffnung wieder für deutsche Ware gesperrt worden.

Moderates Wachstum um Tiefpreisphasen zu überstehen

Derweil mahnte Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die heimischen Schweinehalter zu einer "moderaten Wachstumsstrategie", die eine Eigenkapitalausstattung von 50 Prozent vorsehe, um die zunehmenden Tiefpreisphasen unbeschadet zu überstehen. Man dürfe die Augen vor dem Strukturwandel aber nicht verschließen, so Hortmann-Scholten in seinem Referat. Die optimale Betriebsgröße leite sich unter anderem auch von der Logistikkette ab. So müsse man in der Lage sein, ganze Lastwagen zu beladen. Für die Ferkelerzeugung bedeute dies etwa 700 bis 800 Sauen und in der Mast Bestände von 3.400 bis 3.500 Schweinen pro Betrieb, erklärte Hortmann-Scholten. Er wies außerdem darauf hin, dass im neuen niedersächsischen Agrarinvestionsförderungsprogramm (AFP) die Ferkelerzeugung privilegiert gefördert werde. (AgE)

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