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Situation der Schweinehalter ist kritisch

© ah
von , am
18.08.2011

Hannover - Die anhaltend hohen Futter-und Energiekosten bringen die Schweinemäster, aber vor allem auch die Ferkelerzeuger, in eine wirtschaftlich sehr schwierige Lage.

In Mecklenburg-Vorpommern hat ein Betrieb erneut das Bio-Zertifikat missbraucht, um Schweine als 'bio' zu vermarkten. © landpixel
Das meldete der Landvolk Presse Dienst. "Für Schweinepreise unter 1,80 € je kg Schlachtgewicht oder Ferkelpreise von unter 60 € für ein 25-kg-Ferkel kann kein Betrieb produzieren", sagte Werner Hilse, Präsident des niedersächsischen Landvolks, vor Journalisten. In der Sauenhaltung schrieben selbst Spitzenbetriebe seit vielen Monaten tiefrote Zahlen, die Verkaufserlöse reichten nicht einmal zur Deckung der Futter- und Energiekosten – geschweige denn für die Finanzierung der Stallplätze oder gar für Investitionen in die Zukunft. Gerade diese seien aber gefordert: Ab dem 1. Januar 2013 ist die Gruppenhaltung für tragende Sauen Pflicht. Viele Betriebe hätten in diese neue Haltungsform investiert oder müssten dies jetzt tun, wenn sie den Betriebszweig erhalten wollten. Und das bei extrem niedrigen Fleischpreisen. "Auch diese Argumentation muss Spielraum für bessere Erzeugerpreise schaffen: Immer höhere Standards in der Erzeugung verlangen ihren Preis", sagte Hilse.

"Verbesserungen müssen sinnvoll, praktikabel und wirtschaftlich sein"

Zudem seien viele Tierhalter durch die intensiven Diskussionen zum Tierschutz verunsichert. Sie wüssten nicht, welche weiteren Forderungen noch auf die Betriebe zukommen und welche Investitionen damit verbunden seien. Trotzdem verschließe sich der Berufsstand dem Thema Tierschutz nicht: "Wenn es bessere Lösungen gibt als die praktizierten, dann stehen wir denen auch nicht im Wege, im Gegenteil", betonte Hilse. Aber solche Veränderungen müssten auch in der Praxis umgesetzt werden können. "Wir erwarten von der Politik, dass sie Regelungen, die in der realen Praxis die Tiere schützt, nicht opfert zugunsten von Regelungen, die auf dem Papier vielleicht schön aussehen, aber faktisch den Tieren vielleicht sogar schaden." sagte der Landvolkpräsident und fasste die Position des Berufsstandes zusammen: "Verbesserungen müssen sinnvoll im Sinne des Tierschutzes, praktikabel für die Betriebe, und wirtschaftlich tragbar im nationalen und internationalen Wettbewerb sein und sie dürfen nicht zu Lasten der Lebensmittelqualität gehen!"
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