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Verhaltensforschung

So clever sind Ferkel

Ein KuneKune-Schwein
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
20.10.2017

Ferkel lernen von ihren Müttern und Tanten. Nicht nur das Fressen.

Jungtiere schauen sich von Sauen viel ab. Zum Beispiel, wie man an einer Schaltanlage einen Hebel löst, um eine Schiebetür an einer Futterkiste so zu bewegen, dass man an das Fressen heran kommt.

Das Prinzip ist ganz einfach: Erst hinschauen, zusehen und später selber machen. Das klappt sogar mit einem zeitlichen Abstand. Darum ging es bei dem Versuch. Zu beweisen, dass Ferkel sich über die Generationsgrenze hinweg von den Älteren mögliche Lösungswege aneignen, um schneller ans Ziel zu kommen.  

Erstaunliche Fähigkeiten

Damit nicht genug. Die Liste der Fähigkeiten, die in verschiedenen Versuchen und Beobachtungen von Schweinen festgehalten wurden, wird immer länger:

  • Schweine säubern ihnen vorgelegte Apfelstücke - aber nur, nachdem sie geprüft haben, ob es nötig war.
  • Anhand eines Spiegels konnten Ferkel feststellen, wo sich auf der anderen Seite einer eingezogenen Stellwand Futter befand. Gezielt umgingen sie dann die Bretter.
  • Eine britische Sau lernte von ihrer Halterin und Trainerin Buchstaben nach Material und Gestalt zu unterscheiden und in der gewünschten Reihenfolge zu apportieren.

Schweine haben außerdem ein Langzeitgedächnis und räumliche Vorstellungskraft. Sie verstehen symbolhafte Informationen und können entsprechende Abläufe lernen. Sie können voneinander lernen und besitzen damit Fähigkeiten, die sie mit Hunden, Schimpansen und Delphinen teilen.  

Mit Material von hpd
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