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Schweinehaltung der Zukunft

So funktioniert Gruppenhaltung im Abferkelstall

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am Mittwoch, 22.12.2021 - 07:53 (Jetzt kommentieren)

Sauenhalter Florian Hoenmanns-Leurs setzt auf Gruppenhaltung – auch im Abferkelstall. Er würde den Stall nicht mehr anders bauen wollen.

Drei Sauen liegen dösend an den Wänden des Gruppenbewegungsraums. Die Ferkel flitzen und wuseln um sie herum. Andere Tiere haben sich in ihre Abferkelbucht zurückgezogen, die an die Bewegungsfläche anschließt. „Unsere Sauen sind tiefenentspannt“, sagt Florian Hoenmanns-Leurs.

Der 26-jährige Junglandwirt aus Tönisberg am Niederrhein bewirtschaftet den Hof zusammen mit seinem Vater Johannes. Bereits 2017 ließ der Betrieb ein Emissionsgutachten für den Neubau erstellen. „Wir haben uns aber bewusst Zeit gelassen mit der Planung“, sagt Florian Hoenmanns-Leurs. Denn es zeichnete sich bereits ab, dass es kein „Weiter so“ in der Sauenhaltung geben wird und die Ansprüche und Vorgaben stetig wachsen.

Umbau zur Gruppenhaltung und Aufstockung

Im Juni 2020 begann der Neubau. Damit einher ging die Aufstockung der Sauenherde auf 320 Tiere. „Wir haben überlegt, wie das Haltungssystem der Zukunft für Sauen und Ferkel aussehen könnte“, sagt der Junglandwirt. Dass mehr Bewegung im Abferkelstall für die Sauen ein Muss ist, war ihnen von Beginn an klar. Der Weg zur Bewegungsbucht wäre nicht weit gewesen.

Bei der Recherche und Besichtigung von verschiedenen Systemen stieß Florian Hoenmanns-Leurs aber auf das System mit Gruppensäugen. „Dem freien Abferkeln stehe ich nach wie vor skeptisch gegenüber.“ Bewegung für die Sauen und das Säugen in Gruppen konnte er sich aber gut vorstellen.

Abferkelstall flexibel gestaltet

Sein Ziel war es, einen Stall um die Bedürfnisse des Schweins zu strukturieren und zu bauen. So entstand der neue Sauenstall, konzipiert nach dem Prinzip Dach gleich Decke. Es gibt zwei Räume mit Platz für je 80 Sauen und ihre Ferkel. Innerhalb der Räume bilden je acht konventionelle Abferkelbuchten, ausgestattet mit Ferkelschutzkörben, eine Einheit. „Sie haben ihre Berechtigung. Nicht umsonst sind sie mit der Zeit so konstruiert worden und bieten Vorteile in Hinblick auf Saugferkelverluste und Geburtenüberwachung.“

Das Besondere ist der sich anschließende Gruppenbewegungsraum, der allen acht Sauen und später den Ferkeln gemeinsam eine zusätzliche Fläche von 30 m² bietet. Diese Kombination ist für Florian Hoenmanns-Leurs ideal. Denn so böten seine Abteile mit je 64 m² den Sauen am Ende mehr Bewegung als jede Bewegungsbucht. Die Abferkelbuchten schließen hinten direkt bündig an den Gruppenbewegungsraum an.

„Ich kann die Rückseite des Ferkelschutzkorbs so öffnen, dass die Sauen reinlaufen und rückwärts rauslaufen können“, sagt Florian Hoenmanns-Leurs.Der Junglandwirt hat die Erfahrung gemacht, dass die Sauen sehr ruhig sind, sobald sie mit ihren Ferkeln auch auf die Freifläche können. Sauen, die rund um die Geburt im Ferkelschutzkorb nervös seien, würden sich schnell entspannen, sobald sie sich bewegen dürften.

Auch im Abferkelstall lange bewegen

Er stallt die Sauen eine Woche vor dem Geburtstermin in die Abferkelabteile ein. Erst 48 Stunden vor der Geburt fixiert er sie. „Ich möchte möglichst lange Bewegungszeiten. Das hilft beim Abliegeverhalten und vor allem bei der Dauer der Geburten.“

In der Regel lässt er die Ferkel dann am 7. Lebenstag in den Gruppenbereich, die Sauen folgen einen Tag später. Das Fremdsäugen stellt für Florian Hoenmanns-Leurs kaum ein Problem dar. Erstens beobachtet er wenig Akte und zweitens läge das Gesäuge immer voll und würde so optimal stimuliert.

Ferkel bleiben, Sau geht

Eine weitere Besonderheit ist, dass beim Absetzen nur die Sauen die Abferkelbucht verlassen. Aus diesem Grund gibt es auch die zwei Räume mit Platz für je 80 Sauen. So brauchte der Junglandwirt kein Flatdeck bauen, sondern nutzt die Abteile gleichzeitig als Flatdeck.

Von Vorteil sei der geringere Stress für die Ferkel, die so in ihren stabilen Gruppen bleiben können. Sein Ziel war ein zukunftsfähiger Stall, in dem das Tierwohl eine deutliche Verbesserung erfährt, der aber gleichzeitig konventionell markt- und konkurrenzfähig ist. „Das haben wir auch gut hinbekommen. Vor allem habe ich mir für die Zukunft viele Möglichkeiten offen gehalten“, sagt Florian Hoenmanns-Leurs.

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Praktikertipp: So funktioniert das Gruppensäugen von Ferkeln

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