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So klappt's: Mast und Aufzucht unter einem Dach

von , am
19.08.2015

Um sensible Aufzuchtferkel von Mastschweinen unter einem Dach abzuschirmen, ist ein besonderes Hygienekonzept gefragt. In der dlz primus Schwein werden einfache Tricks verraten.

Henrik Spannhake (26) aus Rehden im Kreis Diepholz hat Mastschweine und Aufzuchtferkel unter einem Dach. © Anne-Maria Grave
Die Redakteurin Anne-Maria Grave von der dlz primus Schwein hat Henrik Spannhake (26) aus Rehden im Kreis Diepholz in seinem Schweinestall besucht. Seit 2012 leben Mastschweine und Aufzuchtferkel bei ihm unter einem Dach. Damals wurde der Schweinestall mit 1.200 Ferkelaufzucht- und 1.900 Mastplätzen knapp 200 Meter vom Wohnhaus und vom Sauenstall entfernt neu gebaut. Zur geichen Zeit hat er die Anzahl Sauen von 110 auf 215 Tiere aufgestockt. Um die sensiblen Aufzuchtferkel im neuen Stall so gut es geht von den Mastschweinen abzuschirmen, trennte Henrik Spannhake den Stall  in zwei separate Hygieneeinheiten.
 

Strikte Trennung der Bereiche

"Wer den Stall betritt, gelangt automatisch in die erste Schleuse zum Einduschen", beschreibt der Landwirt sin Konzept. In Unterziehkleidung geht es dann weiter in den zweiten Hygienebereich, der ein bisschen an eine T-Kreuzung erinnert. Dieser Raum besitzt zwei Ausgänge auf den Zentralgang - die linke Tür führt zum Maststall, die rechte in die Ferkelaufzucht. Die Schweine werden auch separat ein- beziehungsweise ausgestallt. Deshalb gibt es zwei Rampen: Eine dient den Mastschweinen, die zum Schlachthof transportiert werden. Die andere befindet sich auf der entgegengesetzten Stallseite, direkt am Giebel. Mit dem betriebseigenen Transporter fährt Henrik Spannhake die Aufzuchtferkel hierher und treibt sie in die neuen Buchten. Das geschieht, sobald die Ferkel etwa 8 bis 8,5 kg schwer sind. Der Wurf bleibt dann noch eine Woche ohne die Sau in der Abferkelbucht. Auch hier gelten besondere Hygienemaßnahmen. "Alle zwei Monate kaufen wir 14 Tiere zu. Wir fahren sie in den Quarantänestall, der unserem Nachbarn gehört. Früher hielt er Mastschweine dort." Die Jungtiere werden dementsprechend knapp 400 m vom Sauenstall entfernt beherbergt.

Mastschweine und Ferkel unter einem Dach: So bleibt der Stall sauber

In den ersten Tagen im Flatdeck gießt Henrik Spannhake für die Ferkel frisches Wasser in einen Plastiktrog. © Anne-Maria Grave
In Reih und Glied hängen die Plastiktröge zur Beifütterung der Ferkel an der Wand. © Anne-Maria Grave
Vom Vorraum aus geht es durch die rechte Tür in den Aufzucht-, durch die linke Tür in den Mastbereich. Die passenden Klamotten hängen griffbereit an der Wand. © Anne-Maria Grave
Bei Henrik Spannhake leben Mastschweine und Aufzuchtferkel unter einem Dach. Regelmäßig säubert er die Ferkeltassen in den Abferkel-buchten. Tassen, Leitungen und den Anmisch­behälter für die Milch beziehungsweise den Prestarter reinigt der Landwirt jede Woche zweimal. © Anne-Maria Grave
Die Cups in der Abferkelbucht reinigt der Landwirt mit einer rotierenden Bürste, über die ein Plastikbehälter als Spritzschutz gestülpt ist. © Anne-Maria Grave
Zur Beschäftigung der Tiere hängt in jeder Aufzuchtbucht ein Heunetz, wie man es aus der Pferdehaltung kennt. © Anne-Maria Grave
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