Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Afrikanische Schweinepest

So viel verlieren Schweinehalter bei ASP-Ausbruch

Wildschweine rennen über die Wiese
am Mittwoch, 20.02.2019 - 12:59

Seit 10 Jahren breitet sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) aus. 2018 kam die Seuche in Belgien an – nur wenige Kilometer von der deutschen Grenzen entfernt. So hoch sind die wirtschaftlichen Verluste, wenn die ASP uns erreicht.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist nicht kleinzukriegen. Von Georgien kommend breitete sich die Seuche in den letzten Jahren bis nach Russland, Polen und die Tschechische Republik aus. 2018 erwischte es Belgien. „Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ASP Deutschland erreicht“, sagte Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer (LKW) Niedersachsen.

Auf der DLG-Wintertagung 2019 erklärte der Experte, dass bei einem ASP-Ausbruch nicht nur mit hohen Verlusten in schweinehaltenden Betrieben, sondern auch im gesamten Produktionssektor zu rechnen sei. „Im Seuchenfall werden die erkrankten Tiere getötet“, sagte er. Um den betroffenen Betrieb herum werde ein Sperrgebiet von mindestens 3 km eingerichtet.

Experte befürchtet immense wirtschaftliche Verluste

Bei einem Ausbruch der ASP in Deutschland erwartet Albert Hortmann-Scholten volkswirtschaftliche Schäden im zweistelligen Milliardenbereich. „Selbst, wenn nur die Wildschweinpopulation betroffen ist, wäre der wirtschaftliche Schaden immens“, sagte der Experte der LWK Niedersachsen.

Für die deutsche Fleischwirtschaft würden die wesentlichen Absatzmärkte verloren gehen - bis auf Hongkong und Kanada. Deutschland vermarktet jährlich rund 1 Mio. t Schweinefleisch und Nebenerzeugnisse im Wert von rund 1,6 Mrd. Euro/Jahr an Drittländer. „Im Seuchenfall würde ein Wertschöpfungsverlust von etwa 27 Euro je geschlachtetes Schwein entstehen“, sagte er.

ASP: Politik ist am Drücker

Albert Hortmann-Scholten sieht die Regierung in der Pflicht. „Die Politik muss schnellstmöglich schadensbegrenzende Maßnahmen ergreifen“, sagte der Experte. Dazu gehöre auch, die Handelsabkommen mit Drittländer an die ASP-Gefahr anzupassen.

Außerdem müsse diskutiert werden, ob der Staat ähnlich wie Österreich Zuschüsse für Risikoversicherungen gewähren sollte. Das Nachbarland fördert seit dem 1. Januar 2019 die Versicherung gegen Seuchenrisiken in Höhe von 55 Prozent.

Mit Material von DLG