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Kommentar vom Fachmann

Stall der Zukunft: "Nur mit finanzieller Unterstützung"

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am Freitag, 15.10.2021 - 10:48 (Jetzt kommentieren)

Die meisten Ferkelerzeuger müssten jetzt erheblich investieren, um die neuen Haltungsanforderungen umzusetzen. Schon vor Beginn der desaströsen Marktlage hätten sie dies nicht aus eigener Kraft schaffen können – jetzt ist daran schon gar nicht zu denken.

Ohne Frage, die aktuelle finanzielle Situation in der Schweinehaltung und ganz besonders in der Ferkelerzeugung ist mehr als angespannt. Dementsprechend schwer fällt es, über riesige Investitionen überhaupt nur nachzudenken, die durch die neue Haltungsverordnung notwendig werden.

Aber auch schon vor der Preiskrise war klar: Aus eigener Kraft werden Ferkelerzeuger diese betrieblichen Anpassungen nicht stemmen können – zumal nicht allein die Anforderungen der Haltungsverordnung zu betrachten sind. Die Summe der Auflagen ist ein Hauptgrund dafür, dass nach den Ergebnissen der aktuellen ISN-Umfrage sechs von zehn Ferkelerzeuger angekündigt haben, auszusteigen.

Umbau Ferkelerzeugung: Nur mit der Politik möglich

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Es braucht erhebliche Anstrengungen und endlich Verlässlichkeit vonseiten der Politik, um den Weg für die notwendigen Umbaugenehmigungen frei zu räumen. Aber auch finanzielle Unterstützung, um die per Gesetz aufgedrückten Mehrkosten mindestens auszugleichen. Die Anpassungen im Baugesetzbuch und das Bundesförderprogramm Stallumbau (dessen Antragsfrist inzwischen abgelaufen ist) sind hier nur erste kleine Schritte – da muss weit mehr kommen.

Und auch bei den Ferkelpreisen muss endlich wieder weit mehr kommen. Denn ohne kurzfristig auskömmliche Preise, kann kein Sauenhalter leben, geschweige denn Investitionen in die Zukunft tätigen.  

Ferkelerzeuger sollten in Ruhe die Alternativen ausloten

Bei Anpassungen im Abferkelstall besteht angesichts der Übergangsfristen noch kein sofortiger Handlungsbedarf. Wenn nicht einzelbetriebliche Gründe eine vorzeitige Umsetzung notwendig machen, können getrost erst die Entwicklungen abgewartet werden.

Für diejenigen, die weiter Schweine halten wollen ist es aber trotzdem wichtig, frühzeitig in die Planungen einzusteigen, ein Entwicklungskonzept für die gesamte Sauenhaltung zu erstellen und die Maßnahmen bei notwendigen Genehmigungsverfahren gegebenenfalls mit zu berücksichtigen.

Sinnvoll ist es, neben dem Deckzentrum auch schon frühzeitig die Alternativen für den Abferkelstall auszuloten. Zu den Bewegungsbuchten gibt es langjährige Erfahrungen und Erkenntnisse beispielsweise aus den Lehr- und Versuchseinrichtungen.

Es ist ratsam, diese zu nutzen oder auch Einzelbuchten im eigenen Betrieb einzubauen, um selbst Erfahrungen damit zu sammeln. Es gilt zunächst, sich gut auf den Umbau vorzubereiten – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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