Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Mit dem Hoftierarzt unterwegs

Streptokokken mithilfe der Impfung in den Griff bekommen

Liegende Ferkel im Flatdeck
am Samstag, 14.12.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Ein Sauenbetrieb hatte längere Zeit Probleme mit Streptokokken bei den Ferkeln. Erst ein autogener Impfstoff führte zum Erfolg.

Dicke Gelenke, steigende Ferkelverluste und ein erhöhter Antibiotikaeinsatz im Stall: Mit diesen Problemen hatte ein niedersächsischer Sauenbetrieb über längere Zeit zu kämpfen. Ursache für dieses Dilemma waren Streptokokken, konkret ein besonders hartnäckiger Erregerstamm von Streptococcus suis.

Mehrere Versuche, dem Erreger mit bestandsspezifischen (autogenen) Impfstoffen beizukommen, brachten zunächst nicht den erhofften Erfolg. Solche Impfstoffe werden aus isolierten Erregern betroffener Herden gewonnen und dürfen auch nur in diesen verwendet werden.

Hoher Antibiotikaverbrauch sorgte für Frust

Um das Problem nicht ausufern zu lassen – die Ferkelverluste im Flatdeck lagen teilweise bereits um die 5 Prozent – mussten die Streptokokken über längere Zeit mit Antibiotika bekämpft werden. Denn immer, wenn das Antibiotikum abgesetzt wurde, kam der Erreger wieder durch. Es kam zu dicken Gelenken und häufig auch zu den gefürchteten und rasch zum Tod führenden Hirnhautentzündungen. Das sorgte bei dem betroffenen Sauenhalter und seiner bestandsbetreuenden Tierärztin für Frust. Besteht doch ihr Ziel darin, den Antibiotikaeinsatz im Betrieb zu minimieren.

Auch mit anderen Maßnahmen wurde versucht, das Problem zu entschärfen. So wurde die Fütterung optimiert, mit Säuren und anderen Futterzusatzstoffen gearbeitet sowie die Hygiene verbessert, wo dies überhaupt noch möglich war. Dennoch blieb der durchschlagende Erfolg aus.

Neuer autogener Impfstoff brachte die Wende

Abhilfe brachte letztlich die Impfung der Sauen mit einem neuen autogenen Impftstoff. Zuvor hatte die Tierärztin entsprechende Proben an den Hersteller nach Frankreich geschickt. Die Sauen und die Jungsauen in der Quarantäne wurden in der sechsten und dritten Woche vor der Geburt damit geimpft. Danach erhielten sie nur noch drei Wochen vor der nächsten Geburt eine solche Impfung.

Rasch zeigte sich in den folgenden Durchgängen der erhoffte Erfolg. Die Ferkelverluste sanken von vormals 5 auf 2 Prozent. Der Antibiotikaverbrauch ging um mehr als 50 Prozent zurück. Im Laufe der Zeit zeigte sich, dass dieser besonders hartnäckige Streptokokkentyp erfolgreich zurückgedrängt werden konnte.

Mehr über diesen Praxisfall und wie sich Streptokokken eindämmen lassen lesen Sie im Beitrag „Gemeinsam den Erreger gebannt" in der Dezember-Ausgabe 2019 von agrarheute Schwein, ab Seite 34.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Oktober 2020
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...