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Studie: Ferkelerzeugung in Freilandhaltung

von , am
29.08.2013

Die Freilandhaltung von Schweinen ist eine investitionsgünstige Haltungsvariante, doch sie stellt besondere Ansprüche vor allem bei der Ferkelerzeugung und der Seuchenabwehr.

Wer seinen Betrieb auf ökologische Bewirtschaftung umstellen möchte, kann bis zu 4.000 Euro Zuschuss für die Beratung bekommen. © Uschi Dreiucker/pixelio
Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern führte eine Studie zu Schweine-Genetiken und der Ferkelerzeugung in ganzjähriger Freilandhaltung durch. Die ökologische Ferkelerzeugung ist laut Forscher von einigen Besonderheiten geprägt, bei denen die freie Abferkelung verglichen mit konventionellen Systemen eine der schwerwiegendsten ist. Dabei werde eine Fixierung der Sauen während weniger Tage um die Geburt als verordnungskonform akzeptiert.
 
Ein solches Abferkelsystem wird im untersuchten Betrieb seit vielen Jahren erfolgreich verwendet. Damit könne den Erdrückungsverlusten, welche vor allem in den ersten drei Lebenstagen nach der Geburt auftreten, wirkungsvoll begegnet werden, heißt es in der Zusammenfassung der Studie.
 

Forscher raten zu Wildabschuss

Die ganzjährige Freilandhaltung von Schweinen birgt eine relativ hohe Infektionsgefahr. Die Forscher raten den Ferkelerzeugern in Mecklenburg-Vorpommern sich langfristig darauf orientieren, Haltungsalternativen mit geringeren Infektionsrisiken zu erschließen. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Wildschweine nahezu flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern ein natürliches Reservoir des Erregers Brucella suis darstellen.
 
Entsprechende Vorsorgen in Form sehr gut konstruierter Zäune und Abwehrmaßnahmen gegen Vögel müssen getroffen werden. Laut Empfehlung der Forschungsanstalt könnte eine Entschärfung des Gefahrenpotenzials erreicht werden, wenn die sehr hohen Wilddichten und die überhöhte Dichte der Wildschweinpopulation durch gezielte Erhöhung der Abschüsse erheblich gemindert werden.
 

Mehrkosten durch Tierseuchenkasse

Eine Konsequenz des jüngsten Brucellosegeschehens im Land ist die Anpassung der Beiträge für die Tierseuchenkasse. Aus diesen Aufwendungen entstehen Mehrkosten von etwa 0,50 bis 0,60 Euro je Ferkel. Werden 100 Euro je Sauenplatz zusätzlich für sicherere Zäune sowie eventuelle Vogelabwehrmaßnahmen kalkuliert, erhöhen sich die Kosten um weitere etwa 0,50 Euro je Ferkel.
 
Diese Mehrkosten von ca. 0,50 bis 1 Euro je Ferkel stellen die generelle Wirtschaftlichkeit der Ferkelerzeugung im Freiland nicht in Frage und schmälern die genannten Vorteile des Verfahrens nur unwesentlich.
 

Freilandhaltung von Turopolje-Schweinen

 
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