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Stallabluft

Techniken zur Abluftminderung im Schweinestall

© Mühlhausen/landpixel
Hermann Krauß, agrarheute ,
am
15.12.2015

Auf die Schweine- und Geflügelhalter kommen neue bürokratische Regelungen zu, mit denen die Ammoniak-Emissionen der Stallabluft vermindert werden sollen. Welche Techniken dafür zur Auswahl stehen, lesen Sie hier.

Auf EU-Ebene sind neue Vorschriften erarbeitet worden, die künftig den Einsatz der "besten verfügbaren Technik" (BVT) bei Ställen regeln. Wie das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt (Ausgabe 42/2015) schreibt, sind in Deutschland davon Anlagen betroffen, die eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) erfordern. Die neuen Regeln zur Emissionsminderung sollen nicht nur für neue Tierhaltungsanlagen gelten, sondern auch für bereits bestehende Betriebe mit über

  • 2.000 Mastschweinen,
  • 750 Sauenplätzen und
  • 40.000 Plätzen für Geflügel.

Neubauten müssen die technischen Anforderungen grundätzlich ab Inbetriebnahme erfüllen, bestehende Ställe müssen innerhalb von vier Jahren auf die neuen BVT-Vorgaben umgerüstet werden. Völlig neu eingeführt wird die regelmäßige Überwachung der Betriebe. Die Ställe sind mindestens alle drei Jahre einer systematischen Anlagenüberwachung zu unterziehen.

Abluftreinigungsanlagen werden in der intensiven Schweine- und Geflügelhaltung vom EU-Recht her auch künftig nicht generell vorgeschrieben. Stattdessen wird die Abluftreinigung nur als eines von mehreren möglichen Verfahren zur Verminderung des Ammoniakgehaltes der Stallabluft zur Auswahl gestellt. Eine Expertengruppe der EU, die seit mehreren Jahren an den neuen Vorgaben zum Einsatz zur "besten verfügbaren Technik" arbeitet, kam zu dem Schluss, dass die Abluftreinigung bei Schweinen und Geflügel wegen der hohen Kosten nicht generell gefordert werden könne.

Welche Verfahren von der EU als "beste verfügbare Technik" eingestuft wurde, lesen Sie hier.

    Minderung der emissionsaktiven Oberfläche

    Bei der Haltung von Mastschweinen ist künftig zur Minderung der Emissionen von Ammoniak eine oder eine Kombination der folgenden Techniken anzuwenden:

    Prinzip a: Minderung der emissionsaktiven Oberfläche, häufige Entmistung zu einem externen Lager, Separation von Kot und Urin, Trocken- und Sauberhalten der Einstreu.

    Für dieses Prinzip können folgende Techniken benutzt werden:

    • voll-/teilperforierter Boden, tiefe Güllekanäle (nicht bei Neubauten). Bei bestehenden Ställen nur in Kombination mit zusätzlichen Minderungsmaßnahmen, zum Beispiel Kombination mit speziellen Fütterungsmaßnahmen oder Abluftreingigung, Gülleansäuerung, Güllekühlung,
    • voll-/teilperforierter Boden, Vakuumsystem, regelmäßige Entmistung (= Wannen-/Rohrentmistung),
    • voll-/teilperforierter Boden, geneigte Seitenwände im Güllekanal,
    • voll-/teilperforierter Boden, Kotschieber,
    • regelmäßige Spülentmistung,
    • teilperforierter Boden, verkleinerter Güllekanal,
    • planbefestigter Boden mit Tiefstreu,
    • Schrägbodenstall,
    • teilperforierter Boden, Kistenstall/ Hütten.

      Güllekühlung und Abluftreinigung

      Prinzip b: Kühlung der Gülle mittels Kühlschläuchen, -rippen

      Prinzip c: Abluftreinigung durch

      • Chemowäscher,
      • zwei- oder dreistufige Reinigungsanlage,
      • Biowäscher (oder Rieselbettreaktor).

      Prinzip d:Gülleansäuerung

      Prinzip e: Abdeckung der Oberfläche im Kanal

      • Schwimmkörper im Güllekanal.

       

      Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall

      Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Martina Hungerkamp
      Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Martina Hungerkamp
      Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Martina Hungerkamp
      Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Martina Hungerkamp
      Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Martina Hungerkamp
      Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Martina Hungerkamp
      Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Martina Hungerkamp
      Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Martina Hungerkamp
      Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Martina Hungerkamp
      Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Martina Hungerkamp
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