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Emissionsmessungen in Hessen

Tier- und umweltgerecht: So klappt's mit dem Außenklimastall

Mastschweine im Auslauf eines Außenklimastalls
am Dienstag, 28.01.2020 - 09:37 (Jetzt kommentieren)

Hessen hat Emissionen bei Außenklimaställen für Schweine messen lassen. Das Ergebnis: Tierschutz und Umweltschutz sind vereinbar.

Im Auftrag der hessischen Landesanstalt für Tierschutz hat die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West Emissionsmessungen an Außenklimaställen auf drei Schweinemastbetrieben durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in einem Gutachten zusammengefasst. Wie das Landwirtschaftsministerium am vergangenen Mittwoch (22.1.) in Wiesbaden mitteilte, wurden dabei nur wenige Belastungen festgestellt.

Hessen hat erstmals weltweit Emissionsmessungen bei tiergerechten Außenklimaställen für Schweine durchführen lassen. Die Ergebnisse beweisen: Tierschutz und Umweltschutz sind vereinbar“, hob Agrarressortchefin Priska Hinz hervor. Mit dem richtigen Management durch den Betriebsleiter könnten Außenklimaställe sogar besser abschneiden als geschlossene, zwangsbelüftete Stallungen.

Ein gutes Management kann Emissionen mindern

Festgestellt wurden laut Ministerium der Ausstoß von Ammoniak, Stickoxiden, Methan sowie Geruchsemissionen. Ein Offenfrontstall mit verschiedenen tierfreundlichen Funktionsbereichen schnitt bei den Messungen am besten ab. Ein entscheidender Faktor war außerdem, wie der Absetzort des Kotes und des Harns gestaltet ist. Je trockener dieser Bereich ist, desto weniger Ammoniakemissionen waren messbar. Ein tägliches Abschieben des Kotes verringerte die Geruchsbelastung und Methanemissionen. Damit werde deutlich, dass das Management auch bei den Emissionen eine entscheidende Rolle spiele, erklärte das Ministerium.

Ergebnisse sollen für zukünftige Bauprojekte genutzt werden

„Mit diesen Messungen haben wir zentrale Fragen geklärt, die längst hätten auf Bundesebene geklärt werden müssen“, erklärt Hinz. Der Tierschutz könne nicht länger warten, weshalb Hessen einen Schritt vorausgegangen sei. Mit den Ergebnissen käme man nun auf dem Weg zu einer zukunftsweisenden Landwirtschaft weiter. Baubehörden sollten diese Messungen bei der Genehmigung anstehender Stallbauprojekte berücksichtigen und darauf hinwirken, dass Ställe mit geringeren Emissionswerten gebaut würden.

„Um den Baubehörden das Vorgehen bei den künftigen Bewertungen zu erleichtern, wollen wir jetzt einen Leitfaden als Handreichung für die Genehmigungsbehörden erarbeiten“, kündigte Hinz an. Außerdem würden die Erkenntnisse in die landwirtschaftliche Beratung einfließen und Landwirte ermutigt, in zukunftsorientierte Ställe zu investieren, die Tierwohl und Umweltschutz vereinten. Dafür biete Hessen auch Fördermöglichkeiten an.

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