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Forschung Schwein

Tiermonitoring: Mehr Tierwohl mit elektronischen Ohrmarken

Elsner/Klebs/nc
am
08.01.2016

Neue elektronische Ohrmarken sollen die individuelle Tierbetreuung erleichtern und somit auch die Arbeit im Stall. Welche Anwendungsmöglichkeiten diese neue Technik in der Tierhaltung hat, lesen Sie hier.

Die Verhaltensstudien wurden in der Versuchsstation "Unterer Lindenhof "durchgeführt. © Universität Hohenheim/Sacha Dauphin/ah

Eine neue Technik ermöglicht Einblicke in den Tagesablauf der Tiere sowie ein Hot-Spot-Monitoring. In einem Forschungsprojekt "Elektronische Tierkennzeichnungssysteme auf Basis ultrahochfrequenter Radio-Frequenz-Identifikation" der Universität Hohenheim verwendeten die Forscher dabei die Ultra-Hochfrequenz-Technik (UHF). Mit Hilfe dieser Technik können die Aktivitäten eines Tieres im Stall überwacht werden.

Ergebnisse zum Hot-Spot-Monitoring versprechen viel

Die bisherigen Ergebnisse zum Hot-Spot-Monitoring von Mastschweinen sind laut Universität Hohenheim vielversprechend. Auch eine Lokalisierung der einzelnen Tiere im Stall soll die UHF-Technik ermöglichen. Das soll der Erfassung von Gesundheits- und Leistungskriterien in Forschung und Praxis dienen.

"So kann ein Landwirt mitverfolgen, in welchen Stallbereichen eine einzelne Kuh oder ein Schwein den Tag verbringt", erklärt Prof. Dr. Gallmann, Fachgebiet Verfahrenstechnik der Tierhaltungssysteme. Wenn ein Tier beispielsweise auffallend selten die Hot-Spots aufsucht, kann das etwa ein Hinweis auf eine Erkrankung sein, die kontrolliert werden muss“, sagt Prof. Dr. Gallmann weiter.

Das sind die Anwendungsmöglichkeiten

  • Tiergerechtere Ställe, da das Verhalten einzelner Tiere rascher erfasst und so auf ihre individuellen Bedürfnisse eingegangen werden kann
  • eine an die Bedürfnisse der Tiere besser angepasste Tierhaltung
  • Unterstützung beim Management, der tierindividuellen Fütterung und der früheren Erkennung von Krankheiten
  • Ressourcenschonung von Wasser, Energie, Futter, Medikamente
  • Mehr Transparenz für Verbraucher, die leichter erfahren können woher ihr Fleisch kommt

Hintergrund zum Projekt

  • Projekt der Universität Hohenheim: "Elektronische Tierkennzeichnungssysteme auf Basis ultrahochfrequenter Radio-Frequenz-Identifikation"
  • Projektpartner: Agrident GmbH, deister electronic GmbH, Caisley International GmbH und Phenobyte GmbH & Co. KG
  • Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier

Elektronische Ohrmarken in der Schweinehaltung

Mit Hilfe von Ultra-Hochfrequenz-Technik (UHF)  können die Aktivitäten eines Tieres im Stall überwacht werden. © Universität Hohenheim/Sacha Dauphin/ah
Wenn ein Tier auffallend selten die Hot-Spots aufsucht, kann das etwa ein Hinweis auf eine Erkrankung sein, die kontrolliert werden muss. © Universität Hohenheim/Sacha Dauphin/ah
Die UHF Technik kann auch ein sogenanntes Hot-Spot-Monitoring ermöglichen. Damit werden die Aktivitäten eines Tieres an Trog, Tränke und Beschäftigungsmaterial überwacht. © Universität Hohenheim/Sacha Dauphin/ah
Agrartechniker der Universität Hohenheim entwickelten zusammen mit Firmenpartnern Ohrmarken, Transponder und Lesegeräte. © Universität Hohenheim/Sacha Dauphin/ah
In der Tierhaltung versprechen UHF-Transponder und -Lesegeräte künftig viele Anwendungsmöglichkeiten unter anderem beim Management, der tierindividuellen Fütterung und bei der frühen Erkennung von Krankheiten. © Universität Hohenheim/Sacha Dauphin/ah
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