Login
Zucht

Tierschützer blockieren Landwirtschaftsministerium

von , am
12.09.2011

Wien - Seit heute Morgen blockieren Tierschützer das österreichische Landwirtschaftsministerium. Hintergrund ist der seit Monaten andauernde Streit um das Kastenstandsverbot.

Die ISN appelliert an alle niedersächsischen und nordrhein-westfälischen Schweinehalter, die Vorgaben des 'Nöttötungs-Erlasses' umzusetzen und einzuhalten. © agrar-press
Seit heute 6 Uhr früh werden fünf Eingänge und zwei Einfahrten in das österreichische Landwirtschaftsministerium von Tierschützern blockiert. Aktivisten ketteten sich an den Eingangstoren an und blockierten die Zufahrten. Bis zum Vormittag waren die Proteste noch voll im Gange.
 
Im Lebensministerium betonte man auf APA-Anfrage, man habe mit den Aktivisten das Gespräch gesucht und verhandle auf politischer Ebene weiter über das Thema. Derzeit liege ein Vorschlag der Branche bei Gesundheitsminister Alois Stöger. Dieser hatte die Verhandlungen kürzlich unerwartet abgebrochen und signalisierte erst nach energischen Protesten der Schweinehalter und der Bauernvertreter beziehungsweise nach einer Unterredung mit dem Landwirtschaftsminister die Bereitschaft zu weiteren Gesprächen.
 
Der Generalsektretär des Landwirtschaftsministeriums, Reinhard Mang, suchte das Gespräch, eine Einigung kam allerdings nicht zustande. Die Tierschützer kündigten daraufhin an, die Blockade weiter aufrechterhalten zu wollen.

Schweinebauern legen Kompromissvorschlag vor

Der Verband der Österreichischen Schweinebauern signalisiert indes Kompromissbereitschaft und fordert eine für beide Seiten tragbare Lösung. "Wir haben einen Kompromissvorschlag unterbreitet und fordern nach wie vor eine praktikable Lösung im Sinne des Tierschutzes", betont Georg Mayringer, Geschäftsführer vom Verband Österreichischer Schweinebauern.
 
Der Kompromissvorschlag der Schweinebauern sieht vor, die Maximalzeit im Ferkelschutzkorb über ein Drittel - von höchstens 156 Tagen jährlich auf 95 Tage - zu verkürzen. Denn ein totales Verbot des Ferkelschutzkorbs hätte für die österreichischen Schweinebauern nach Verbandsaussagen weitreichende Folgen: Aufgrund der klein strukturierten Betriebe könnten die Schweinebauern dem europäischen Wettbewerbsdruck nicht standhalten und wären damit gezwungen ihre Betriebe zu schließen. Als Folge müsste Schweinefleisch künftig aus dem EU-Ausland importiert werden. "Das Fleisch würde damit aus Ländern kommen, in denen der Ferkelschutzkorb keineswegs verboten ist", informiert der Verband.
 
Tierschützer kritisieren Erlaubnis durch die Hintertür
 
Ferkelschutzkörbe sind österreichischen Tierschützern ein Dorn im Auge. Die österreichische Volksanwaltschaft hatte Anfang Januar kritisiert, dass das Tierschutzgesetz Ferkelschutzkörbe verbiete, diese jedoch mittels einer speziellen Verordnung erlaubt worden seien.
 
Mehr zum Thema erfahren Sie hier:
 
Auch interessant