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Ferkelfütterung

Tierwohl: Fünf Fütterungstipps für fitte Ferkel

Der Sauenhalter Helge Niedringhaus aus Petershagen behält gerne den Überblick. Deshalb mischt er zum Beispiel das Futter für seine Sauen und Ferkel komplett selbst. Das sind seine fünf Fütterungstipps für die Ferkel.

am Donnerstag, 08.12.2022 - 08:43

Helge Niedringhaus aus Petershagen hält 750 Sauen und zieht die Ferkel auf. Nachdem vor allem im Flatdeck immer wieder gesundheitliche Probleme auftraten, hat er nach Lösungen gesucht. Ein Ansatzpunkt waren die Futterrationen, auf die er seitdem besonderes Augenmerk legt und die er größtenteils selbst mischt. Das sind seine Tipps:

1. Spezieller Ergänzer für fitte Ferkel

Mit einem speziellen Ergänzer hat er es geschafft, dass seine Ferkel noch fitter sind. „Über unseren Tierarzt kam dann der Kontakt zum Fütterungsberater Edgar Rinke zustande.“ Seit gut drei Jahren arbeiten die beiden nun zusammen.

Der Fütterungsexperte hat erst mal die komplette Ration der Ferkel neugestaltet. Jetzt basiert sie auf Getreide, Ackerbohnen und rund 8 Prozent Mais. „In der Ferkelration dürfen wir aber nicht zu viel Bohnen einsetzen, da brauchen wir noch etwas Soja, sonst reduziert sich die Futteraufnahme.“

2. pH-Wert im Futter beachten und genügend Rohfaser einmischen.

„Wichtig ist ein pH-Wert von unter 5“, sagt Edgar Rinke. Das funktioniere nur mit organischen Säuren wie Ameisen- oder Zitronensäure. Außerdem setzt er auf einen hohen Anteil an Rohfaserkomponenten wie extra aufgeschlossene Sojaschalen.

„Die Idee ist, den Druck durch unerwünschte Bakterien im Darm, soweit es geht, zu verringern.“ Zusätzlich sorgt unter anderem die Sojavollbohne für hochverfügbare Proteinquellen und somit genügend Energie.

3. Rationen für Ferkel individuelle planen

Wichtig ist dem Berater aber, dass es nicht die eine passende Ration für Aufzuchtferkel gibt. Jeder Betrieb sei anders. Deshalb müssten die Rationen auch immer individuell angepasst werden.

Helge Niedringhaus kauft deshalb alle Einzelkomponenten zu und mischt seine Rationen selbst. „Wir fahren hier sicher keine 08/15-Mischung." Aufgeschlossene Leinsamen unterstützen die Darmpassage und helfen ebenfalls, die Darmflora gesundzuhalten. 

4. Futtermanagement überdenken und sorgfältig arbeiten

Helge Niedringhaus hat erkannt, dass das Futter eine große Stellschraube ist. Deshalb legt er sehr viel Wert auf das Futtermanagement. Er setzt im gesamten Betrieb auf Trockenfutter. „Wir bauen das Getreide zum überwiegenden Teil auf unseren eigenen Flächen an. Bereits auf dem Feld gehen wir sorgfältig vor, zum Beispiel in Hinblick auf die Fungizidbehandlung der Gerste und des Weizens.

5. Sauber bleiben: Schimmelpilze bekämpfen

Wichtig sei auch, es sauber und gereinigt einzulagern. „Wenn die Spelzen und der Kaff rauskommen, reduziert man die Schimmelpilze erheblich. Außerdem reinigen wir das Getreide vor dem Mahlen noch ein zweites Mal.“

Nichtsdestotrotz wird die gesamte Ernte im Herbst auf Inhaltsstoffe und Mykotoxine untersucht. Zur Sicherheit enthalten alle Futter Mykotoxinbinder.