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Tönnies ändert Abrechnungsmasken

von , am
27.01.2012

Ab 1. Juli werden auf dem Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück die unkastrierten männlichen Schweine nach einer so genannten Ebermaske bezahlt.

Der Absatz von Schweinen stockt. Viele Schlachter reagieren mit Hauspreisen. © Mühlhausen/landpixel
Damit möchte Tönnies nach eigenen Aussagen den Forderungen aus der Landwirtschaft gerecht werden, die Bezahlung der Schlachttiere stärker am Handelswert auszurichten. Die neue Ebermaske ähnelt der bestehenden Maske für weibliche und kastrierte Schweine sehr, wesentliche Unterschiede sind vor allem bei den Kriterien für den Bauch zu finden.

Da Eber im Durchschnitt einen höheren Bauchfleischgehalt haben, wird der Optimalbereich erst bei mehr als 56 Prozent MFL liegen. Bei Börgen und weiblichen Tieren beginnt der Optimalbereich bereits bei 53 Prozent MFL.

Bonus für unkastrierte Schweine ab 1. Oktober

Nach dem 1. Oktober soll es bei Tönnies zudem einen Bonus für unkastrierte Schweine geben, wenn die Besamungseber, von denen diese Tiere abstammen, weniger geruchsauffällige Nachkommen haben. Diese Eber seien laut Tönnies bereits bei den Besamungsstationen entsprechend gekennzeichnet. Mit dem Bonussystem sollen die neuen züchterischen Ansätze honoriert werden. Die Höhe des Bonus soll bei einem Euro je unkastriertem Schwein liegen, wobei mindestens 80 Prozent der abgelieferten Schweine eines landwirtschaftlichen Betriebes von diesen Ebern abstammen müssen.

Christian Wernsmann vom Erzeugerring Westfalen spricht über die Änderung der Abrechnungsmasken. Tipps für Schweinemäster erfahren Sie im Interview ...

Die Ebermaske finden Sie im Mitgliederbereich der ISN unter www.schweine.net ...

Geruchsarme Eber

Das Zuchtunternehmen Topigs-SNW hat ein Verfahren entwickelt, mit dem der Ebergeruch bei den männlichen Nachkommen bestimmter SNW-Pi select Eber (NADOR-Eber) um 40 Prozent reduziert wird. An mittlerweile 7.000 Topigs-Ebern getestet, hat die Methode ihre Bewährungsprobe nach Firmenangaben bereits bestanden und kann jetzt in den Praxiseinsatz gehen.
 
Landwirte, die einen NADOR-Endprodukteber einsetzen wollen, können vom 1. Februar 2012 an Sperma dieser besonders getesteten Linie bei vier Besamungsstationen bestellen. Insgesamt stehen mittlerweile knapp 70 Eber mit einem NADOR-Zuchtwert zur Verfügung. Junge SNW-Pi-Select-Eber in Quarantäne sollen künftig sämtlich untersucht werden, sodass das Angebot ständig wächst.
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