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Export

Tönnies darf wieder nach China exportieren

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
01.06.2017

Die beiden deutschen Schlachtunterunternehmen Tönnies und Böseler Goldschmaus dürfen wieder Schweinefleisch nach China liefern.

Seit Mitte Februar haben die Chinesen Tönnies an den Standorten Rheda-Wiedenbrück und Weißenfels sowie Böseler Goldschmaus für den chinesischen Markt gesperrt. Sie konnten somit drei Monate lang kein Schweinefleisch aus Deutschland nach China liefern. Allerdings waren die Tönnies-Standorte in Dänemark nicht von der Exportsperre betroffen.

Als Gründe für diese Sperrung wurden fehlerhafte Etikettierungen und verdorbene Ware durch den Kühlungsausfall eines Containers angegeben. Branchenintern sei man jedoch von politischen Gründen ausgegangen, meldet Radio Gütersloh.

China ist wichtiger Importeur

Clemens Tönnies habe sich persönlich um diese Angelegenheit gekümmert. Der Firmenboss war mit der Delegation von Außenminister Sigmar Gabriel nach China gereist, berichtet die ISN.

Ob nun kleine Mängel oder die große Politik, die wirklichen Gründe auszumachen, ist spekulativ. Fakt sind in jedem Fall die erheblichen Auswirkungen der Sperrung eines Marktes. Deutschland ist der wichtigste europäische Lieferant für Schweinefleisch nach China. Von Januar bis März wurden nach AMI-Angaben 127.000 t Schweinefleisch inklusive Nebenerzeugnissen nach China exportiert.

Auch für ideale Verwertbarkeit des Schweins ist Deutschland auf China angewiesen. Die so genannten Chen-Artikel (Öhrchen, Pfötchen, Schwänzchen) gelten hier als schwer verkäuflich und sind in China beispielsweise eine Delikatesse.

Mit Material von ISN
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