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Tönnies-Schlachthof

Tönnies-Lockdown: Schweinehalter fordern Klarheit

Tönnies-Schlachtunternehmen
am Mittwoch, 01.07.2020 - 14:05 (1 Kommentar)

Nach dem Lockdown bei Tönnies müssen Schweinehalter wissen, wann die Schlachtung weitergeht. Sonst drohen Tierschutzprobleme.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) fordert Klarheit darüber, wann der Betrieb im Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück weitergeht. "Die Schweinehalter müssen das dringend wissen, wir brauchen schnell ein klares Signal, sonst droht auf Sicht ein großes Tierschutzproblem in den Ställen", erklärt ISN-Geschäftsführer Torsten Staack. 

Laut Staack werden am Standort in Rheda-Wiedenbrück zwischen 12 und 14 Prozent der deutschen Schweine geschlachtet. Weil der Betrieb nach dem Corona-Massenausbruch unter Arbeitern aber derzeit stillgelegt ist und auch andere Schlachthöfe nur reduziert arbeiten, gebe es derzeit deutschlandweit Verarbeitungsengpässe. "In der Woche stauen sich derzeit insgesamt etwa 100 000 Schweine an, die nicht wie geplant geschlachtet werden können", erklärt Staack weiter.

Das bedeute für Schweinemäster massive finanzielle Verluste. Aber auch bei den Sauenhaltern verschärfe sich die Situation erheblich. Sie können ihre Ferkel nicht wie gewohnt an Mäster abgeben, denn bei ihnen fehlt der Platz aufgrund des Rückstaus bei den Schlachtschweinen. Sauenhalter stünden somit "in Kürze" vor dem Problem, dass sie keine Abnehmer mehr für ihre Ferkel fänden, warnte Staack in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Für eine eigene Aufzucht der Schweine fehlen den meist spezialisierten Betrieben die Stallkapazitäten.

Lockdown bei Tönnies: Ende noch nicht in Sicht

Der Lockdown im Kreis Gütersloh wird um eine Woche verlängert. Im Nachbarkreis Warendorf endete er am 30.06.2020. Der Schlachtbetrieb bei Tönnies bleibt zunächst geschlossen – wie lange, lassen NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet und NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann bei einer Pressekonfernez am vergangenen Montag (29.06.2020) offen. Man sieht zunächst Tönnies in der Pflicht.

Bereits in seinen ersten Sätzen deutete Ministerpräsident Laschet an, dass auch der Schlachtbetrieb bei Tönnies in Rheda bis auf weiteres weiter geschlossen bleibe. Er nannte, wie auch Arbeitsminister Laumann keine genaue Dauer der Schließung. Tönnies solle ein Konzept vorlegen, wie man sich eine Wiederaufnahme des Betriebes vorstelle. Auch die Westfleisch sei so verfahren und habe ein Maßnahmenpaket mit Arbeitsschutz vorgelegt und abgestimmt. Sichtlich nachdenklich kam Laumann aber auch auf die Schweinehalter zu sprechen, die eine jede Woche um 70.000 Tiere steigende Anzahl an Schweinen nicht zur Schlachtung verkaufen können und so der Platz in den Ställen fehle.

Mehr zu den Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen und den Folgen für Landwirte lesen Sie in unserem Top-Thema: Tönnies, Vion, Westfleisch: Corona setzt Schlachtbranche unter Druck.

Mit Material von ISN, Neue Osnabrücker Zeitung

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