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Tönnies: Neue Ebermaske ab 2014

© landpixel
von , am
23.12.2013

Das zu Tönnies gehörende Unternehmen Reisinger wird ab 2014 Eber nach einer neuen Maske abrechnen. Hauptunterschied ist unter anderem die schlechtere Bewertung des Muskelfleischanteils im Bauch.

Die AMPs ersetzen derzeit unvollständig die Antibiotika bei der Flüssigkonservierung von Ebersperma. © Mühlhausen/landpixel
Das zu Tönnies gehörende Unternehmen Reisinger wird ab dem 02. Januar 2014 die unkastrierten Schweine nach einer neuen Maske abrechnen. Hauptunterschied ist die deutlich schlechtere Bewertung des Muskelfleischanteils (MFA) im Bauch sowie ein höherer Abzug für zu schwere Schinken.
 
Begründet wird der Schritt mit der Umstellung auf die neue AutoFom III - Klassifizierung, in deren Folge es zu deutlichen Verschiebungen in den Teilstückgewichten und im MFA im Bauch gekommen sei. Erste Analysen der ISN zeigen, dass sich die Klassifizierungsergebnisse der Masteber durch die neue AutoFom III Technologie in der Tat verbessert haben.

Teufel steckt im Detail

Einzelbetrieblich betrachtet kann die neue Maske zu bösen Überraschungen führen. Insbesondere weniger fleischreiche Eber werden durch die neue Punktebewertung für die Muskelfleisch-Prozente des Bauches deutlich abgestraft. Bei dem derzeitigen Preisniveau werden beispielsweise Eber mit einem Bauchfleischanteil von 53 Prozent nach der neuen Maske um etwa acht Euro je Tier schlechter vergütet. Hinzu kommt, dass Schinken mit einem Gewicht von über 19,5 kg schlechter bewertet werden.
 
Deutlich geringer dürften die Abweichungen bei fleischreichen Tieren ausfallen. Für Tiere mit einem durchschnittlichen MFA Bauch von über 60 Prozent erhöhen sich die Indexpunkte sogar auf 1,7 Punkte/kg Bauch (vorher 1,60 Punkte).

Betriebsindividuell rechnen

Schweinehalter sollten ihre Ergebnisse auch im Vergleich mit den Ebermasken anderer Schlachtunternehmen genau im Auge behalten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Tönnies-Maske hier derzeit vielfach noch etwas höhere Erlöse ermöglicht.
 
Wichtig ist zudem, die Tiere nicht zu schwer werden zu lassen, da zum einen mit steigendem Gewicht in der Regel auch der Bauch-MFA abnimmt und zum anderen die Abzüge für zu schwere Schinken hinzukommen. Hilfe, das optimale Abliefergewicht zu ermitteln bietet zum Beispiel Schlachtdaten-Online.

Marktreport: Trends am Schweinemarkt (Oktober 2013)

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