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Schlachtunternehmen

Tönnies: Seit heute gilt geänderte Abrechnungsmaske

Josef Koch/dlz agrarmagazin/Katharina Krenn/agrarheute
am
12.09.2016

Ab heute rechnet der Schlachter Tönnies an drei Standorten mit einer neuen Maske ab. Das sind die neuen Abrechnungs-Modalitäten.

Für die Tönnies-Standorte in Rheda, Weißenfels und Sögel gilt ab heute eine neue, einheitliche Maske bei der Abrechnung der Mastschweine nach dem Muskelfleischanteil (MFA).

Damit schafft Tonnies Korrekturabzüge für Schweine mit weniger als 0,93 Indexpunkten je kg SG ab. Die Abzüge für Schweine mit einem Muskelfleischanteil zwischen 56 und 57,9 Prozent sinken auf  minus 2 Cent statt wie bisher -3 Cent. Gleichzeitig hebt Tönnies den Gewichtsbereich für übergewichtige Schweine von 103 auf 105 kg an. Die weiteren Bereiche sind wie folgt:

  • 105 bis 107 kg: Abzug minus 1 Cent/kg,
  • über 107 kg: Abzug minus 3 Cent/kg

 

Maske nachjustiert

Seit Februar 2016 wird der für die Abrechnung relevante Muskelfleischanteil bei Tönnies mit dem AutoFom 3-Gerät geschätzt, die FOM-Nadelklassifizierung wird seitdem nicht mehr angewendet. Da dieser Systemwechsel in der Klassifizierungstechnik bei Tönnies auch eine Verschiebung des Niveaus der Muskelfleischanteile bedingte, wurde gleichzeitig die Maske für die Abrechnung der Mastschweine auf Basis des Muskelfleischanteils geändert. Mit der neuerlichen Maskenänderung werden die Abrechnungsbedingungen nachjustiert, stellt die ISN fest.

Anreiz für höhere Schlachtgewichte

Die Maskenänderung ist laut ISN ein deutliches Signal von Tönnies an die Wettbewerber. Einzelne Partien, insbesondere mit weniger fleischreichen Tieren, dürften mit dieser Maske zukünftig wieder erheblich besser bewertet werden, nachdem sie durch die Systemumstellung auf das AutoFom-Gerät vor gut einem halben Jahr spürbar verloren hatten.

In der Folge hatte sich für einige Betriebe eine Umstellung auf die Abrechnung nach Teilstückgewichten (AutoFom-Maske) als sinnvoll erwiesen, andere Betriebe haben jedoch den Schlachthof gewechselt. Um diese Lieferbetriebe mit FOM-Schweinen zurückzugewinnen hat Tönnies die Maske zur Abrechnung nach MFA wesentlich attraktiver gestaltet.

Die Maskenänderung dürfte also im Wesentlichen das Ergebnis des in jüngster Zeit verschärften Wettbewerbs um den Rohstoff Schweinefleisch sein. Dazu passt auch, dass die neue Maske ein Anreiz für noch höhere Schlachtgewichte darstellt, was gleich auf mehreren Ebenen Probleme bereitet und aus Sicht des Gesamtmarktes deutlich zu kritisieren ist.

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