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Corona-Pandemie

Tönnies-Stillstand: 500.000 Schweine in Wartestellung

Stop-Schild vor der Tönnies-Fabrik
am Freitag, 10.07.2020 - 10:13 (Jetzt kommentieren)

Aufgrund des Corona-bedingten Stillstands des Tönnies-Werks in Rheda-Wiedenbrück spitzt sich die Lage dramatisch zu. 500.000 Schweine stehen in der Warteschleife.

500.000 Schweine befinden sich aufgrund des Corona-bedingten Stillstands bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in der Warteschleife. Wie Matthias Quaing, Marktreferent bei der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), gegenüber dem Inforadio des rbb erklärte, solle es aber nicht zu Notschlachtungen kommen.

Ein Großteil der Schweine werde auf andere Schlachthöfe verteilt, auch wenn der Marktreferent einräumt, dass das nicht vollständig gelinge. Die Schweinehalter geraten deshalb in Not und stehen immer mehr unter Druck, da sie an Kapazitätsgrenzen stoßen. Ein unangenehmer Nebeneffekt sei zudem, dass die Schweine mehr Futter verbrauchen, zu schwer werden und deshalb deutlich schlechter bezahlt werden.

Klöckner drängt auf Abnahme der Schweine

Bundesagrarministerin Julia Klöckner dringt deshalb auf Lösungen der Schlachtbranche, um die Abnahme von Tieren aus den Ställen auch in der Corona-Krise zu sichern.

"Trotz eingeschränkter Schlachtkapazitäten darf der Tierschutz auf keinen Fall vernachlässigt werden", erklärte die CDU-Politikerin nach Angaben ihres Ministeriums nach einer Videokonferenz mit Branchenvertretern. Die Fleischwirtschaft habe zugesichert, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Prozesse zu optimieren.

Weil Schlachthöfe wegen Corona-Fällen in der Belegschaft geschlossen sind oder nur eingeschränkt arbeiten, fehlen laut Ministerium aktuell etwa 14 Prozent der normalen Schlachtkapazitäten für Schweine. Grundsätzliche Kapazitätsengpässe gebe es nach Branchendarstellung nicht.

Mit Material von rbb, dpa

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